Wohin Gesetzeseifer führen kann

Trotz aller Schwächen gesetzlicher Ordnungen, braucht sie die Welt. Eine mangelhafte Ordnung ist besser als gar keine. Darum verlangte Gott nicht nur von Juden Unterordnung unter das mosaische Gesetz, sondern Gott will, dass sich Menschen überhaupt den staatlichen Obrigkeiten unterordnen. Das heisst auch deren Gesetzen, denn das ist Gottes Ordnung. (Rö 13:1,2,4)

Die Beachtung der Gesetze ist unerlässlich. Dennoch kann Eifer für ein Gesetz, insbesondere im religiösen Bereich auch zu schlimmen Auswüchsen führen:

  • Stolz und Überheblichkeit gegenüber dem, der versagt hat. (Ich habe mir nie was zu Schulden kommen lassen!) Lk 18:11 - Der Pharisäer dankte, dass ich nicht bin wie der Zöllner.
  • Richtgeist, (Verflucht dieses Volk, welches das Gesetz nicht kennt.) Wie urteilen wir über die, welche unsere Auffassung von bestimmten biblischen Lehren nicht teilen? Ist es ein Beurteilen oder ein Verurteilen?
  • Strenge und Unbarmherzigkeit, weil man im Eifer plötzlich mehr fordert als das Gesetz selbst. (Heilen am Sabbat, Verbot zu jassen, Schminkverbot etc.)
  • Die Einbildung man sei gerecht, allein schon weil man ein Gesetz kennt. (Bsp. einer Kurznachricht: Straferlass für Gefangene in Arabien, nach Mass des Rezitieren-könnens aus dem Koran.)
  • Heuchelei, weil Kleinigkeiten über Wichtiges gestellt wird, oder weil sie nur äusserlich befolgt werden. Kümmel verzehnten, aber keine Liebe. Die Mücke aussieben, aber das Kamel verschlucken. Pharisäer wollten Christus hindern am Sabbat gutes zu tun, sorgten sich aber um ihre Haustiere.
  • Kasuistik = Haarspalterei, Kleinlichkeit, Gesetzlichkeit, Versuch der Rechtsfindung, die nicht von allgemeinen Grundsätzen ausgeht, sondern von spezifischen, die möglichst viele Einzelfälle gesetzlich regeln will. Beim Tempel schwören gilt nicht, beim Geld des Tempels schwören gilt.