Vor einigen Tagen habe ich diese bedenkenswerte Geschichte gehört.
Ein weiser Lehrer fragt seinen Schüler:
Warum isst du gerne Fisch?
Ich liebe Fisch.
Aha. Der Fisch schmeckt dir also sehr gut. Darum angelst du den Fisch aus dem Wasser, tötest und kochst du ihn. Sag also nicht, du liebst den Fisch. Du liebst dich selbst. Du willst den Fisch für dich und deine Befriedigung.
Soviel also über diese Liebe. Es ist „Fischliebe“.

Wir wollen uns einmal ein junges Paar vorstellen, dass sich verliebt. Was bedeutet das? Der junge Mann sieht in dieser Frau alles was er sich erträumt. Sie kann seine physischen Wünsche erfüllen, sie kann ihm geben, was er im Leben sucht. Die junge Frau dachte ähnlich. Er kann mich versorgen und wird mir helfen bei allen Schwierigkeiten im Leben…..und beide dachten und denken: Das ist Liebe. Und doch erwartete jeder nur die Erfüllung seiner eigenen Wünsche und Bedürfnisse.

Auch das ist „Fischliebe“.

Wirkliche und wahre Liebe ist nicht das, was man nimmt, sondern das, was man gibt. Wir Menschen machen oft einen grossen Fehler wenn wir denken, dass wir denen geben, die wir lieben. Richtig ist, wir lieben die, denen wir geben. Wenn wir geben, investieren wir einen Teil unseres Selbst in den Anderen. Wir geben uns selbst.

Lasst uns darum die „Fischliebe“ ablegen und lieben in der wahren Liebe. Im ersten Johannesbrief lesen wir über die Liebe.

1. Joh. 4.4: Ihr seid aus Gott, Kinder, und habt sie (die falschen Propheten) überwunden, weil der, welcher in euch ist, größer ist als der, welcher in der Welt ist.
5 Sie sind aus der Welt, deswegen reden sie aus der Welt, und die Welt hört sie.
6 Wir sind aus Gott; wer Gott erkennt, hört uns; wer nicht aus Gott ist, hört uns nicht. Hieraus erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums.
Gottes Liebe verpflichtet zur Bruderliebe
7 Geliebte, lasst uns einander lieben! Denn die Liebe ist aus Gott; und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren und erkennt Gott.
8 Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt, denn Gott ist Liebe.
9 Hierin ist die Liebe Gottes zu uns geoffenbart worden, dass Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben möchten.
10 Hierin ist die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn gesandt hat als eine Sühnung für unsere Sünden.
11 Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat, sind auch wir schuldig, einander zu lieben.

Gott hat uns zuerst geliebt. Er hat seinen Sohn für uns geopfert. Er hat einen Teil von sich selbst für uns gegeben. Er ist in uns. Bevor wir selbst lieben konnten, ja, bevor wir geboren waren, hat uns Gott schon geliebt.

Wir haben nichts getan um diese Liebe zu verdienen. Gott gab uns seine Liebe in seinem Sohn, der sich für uns kreuzigen liess.
Darin besteht die Liebe, dass Gott uns zuerst geliebt hat.
Er ist der grosse Geber. Kein anderer kommt ihm gleich. Seine Liebe überströmt. Gott ist Liebe. Gott schenkt nicht nur Liebe. Er ist Liebe. Darin besteht die Liebe Gottes, nicht dass wir ihn zuerst geliebt haben, sondern dass er uns zuerst geliebt hat.

Ich glaube, dass ohne Erkenntnis der Liebe Gottes wir Menschen nur „Fischliebe“ hätten. Die gebende Liebe Gottes ist es, die Liebe in uns bewirken kann. Wenn uns Gott so sehr geliebt hat, so sind wir auch verpflichtet, einander zu lieben, weiterzugeben, was wir empfangen haben. Wer Liebe erfahren hat ohne sie weitergeben zu wollen, hat sie nicht verstanden. Wer sich sicher ist, dass Gott ihn zuerst geliebt hat und seinen Sohn für unser aller Sünde opferte, kann nicht aus Eigensucht oder Nachlässigkeit seine Mitmenschen ignorieren.

Wer Gottes Liebe in sich hat will sie weitergeben, er will geben wie Gott gab. Er will geben ohne gefragt zu werden. Er sieht, wer liebeleer ist, ist einsam oder am Rande der Gesellschaft. Er sieht die unerlösten Menschen und will die Liebe Gottes weitergeben. Je mehr wir uns der Liebe Gottes hingeben, desto grösser kann auch unsere Liebe werden. Mit kleinen Schritten, die aber immer sicherer werden – so wie wir es bei einem Baby das laufen lernt, sehen – werden wir das Ziel erreichen – in Wahrheit zu lieben.

Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat, so sind wir auch verpflichtet, einander zu lieben, so schreibt Johannes in seinem Brief.

Wenn wir die „Fischliebe“, die Eigenliebe, immer kleiner werden lassen, so wird die Gottesliebe in uns immer grösser. Johannes Aufforderung einander zu lieben werden wir dann aus Liebe und mit Liebe gern erfüllen.
Theo Suter