Mit diesen innigen Sätzen, einem Kuss und einer Umarmung begrüssen sich die orthodoxen Christen in der Osternacht. Wir teilen diese Sitte nicht, aber unsere Freude über den auferstandenen Jesus ist nicht geringer und auch für uns ist Christus wahrhaft auferstanden. Unser Herz ist darüber voller Freude, Dankbarkeit und Seligkeit.

Und Freude soll auch das Thema dieses kleinen Artikels sein.

C.S. Lewis schrieb einmal: Freude ist eine ernsthafte Angelegenheit für Christen. Ist Freude im Grunde genommen genau das, was Christsein ausmacht? Sich im Herrn zu freuen und die Welt an unserer Freude teilhaben zu lassen? Im Philipperbrief im vierten Kapitel steht eine meiner Lieblingsstellen in der Bibel.

Ich schreibe sie hier einmal in der Bibelübersetzung von Joerg Zink. Manchmal erkennt man etwas völlig Neues in einem bekannten Text, wenn man eine andere Übersetzung liest.

Phil.4.4 und folgende Verse: Freut euch, dass Jesus euch hält und trägt. Ich sage es euch noch einmal: seid fröhlich miteinander und sorgt, dass eure Güte allen Menschen Freude macht. Denn der Herr ist nahe. Macht euch keine Sorgen. Wenn ihr zu bitten habt, dann redet mit Gott im Gebet, sagt ihm was euch fehlt und dankt ihm. Vers 8. Es ist wichtig, dass ihr euch über alles Gedanken macht, was wahr ist, was gerecht, was sauber, was liebenswert, was erfreulich ist.

Freude im Herrn ist ein tiefes Gefühl, welches Dankbarkeit und Sicherheit mit einschliesst. Es ist eine Beglückung, welche unser Herz in guten und schlechten Tagen füllen kann.

Das Wissen, dass Gott da ist, er uns hört, dass er einen Plan für unser Leben hat, einen Plan, der auch unser ewiges Leben mit einschliesst, dass wir  durch Jesu Tod und Auferstehung Vergebung unserer Sünden haben – welch eine Seligkeit. Wie ein festes Fundament soll diese innere Freude, diese ruhige Gewissheit uns in allen Lebenslagen tragen.

Dieses Wissen jedoch schützt uns nicht vor Kummer, Leid, Schmerzen, Enttäuschungen und Seelenpein. Menschliche Tragödien werden immer wieder in unserem Leben stattfinden. Kriege und Hungersnöte werden uns belasten. Der Tod wird uns unserer Liebsten berauben, Krankheit wird uns Schmerzen bereiten, Freunde werden uns enttäuschen, Abschiede uns traurig machen. Aber immer kann der Gedanke an Gott und seinen Plan uns eine innere und ruhige Gewissheit geben, dass Gott uns seinen Geist schickt, der uns hilft einen inneren Frieden, ein Wissen um Gottes Liebe zu bewahren. In allen Lebenslagen können wir mit des Geistes Hilfe wie der Apostel Paulus im Gefängnis sagen: Freue dich im Herrn allezeit.

Man sagt oft: ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Darum wird unser Gesichtsausdruck nie sauer oder mürrisch sein, wenn wir über Dinge nachdenken, die sauber, wahr, gerecht, liebenswert und erfreulich sind. Unsere Mitmenschen sollen sehen, fühlen und hören, dass unser Gott ein Gott der Freude und der Liebe ist, und dass Er in uns Wohnung genommen hat.

Nun ist es an uns zu überlegen:

Habe ich mich heute inniglich im Herrn gefreut?

Ist ein Lobgesang in meinem Herzen?

Haben meine Mitmenschen meine Freude und Güte verspürt?

Ehre ich Gott mit meiner frohen und dankbaren Einstellung in allen Lebenslagen?

Freue ich mich im Herrn allezeit?

Bedenke ich, dass ich Gott gering achte, wenn ich missmutig und undankbar bin?

Bin ich voll des Heiligen Geistes?

Bin ich ein Zeugnis für die tiefe Freude die in unserer Erlösung zu finden ist?

Möchten meine Mitmenschen das Geheimnis für meine innere Freude und Gelassenheit wissen?

Ist es uns bewusst, dass die Art wie wir uns in allen Lebenslagen verhalten, die beste und vielleicht einzige Art ist, durch die unsere Mitmenschen das Christsein und die innere Freude sehen?

Theo Suter