Leider gewöhnen wir uns allmählich an die schlechten Nachrichten aus Frankreich: wieder eine Terrorattacke; wieder ein radikalisierter Islamist; wieder ein Drama mit Geiselnahme; wieder Tote.

Es geschieht ein paar Mal pro Jahr. Jedes Mal gibt es Entsetzen und Trauer in der Berichterstattung; jedes Mal rufen Politiker nach mehr Sicherheitsvorkehrungen und jedes Mal geben die Sicherheitskräfte ihre üblichen Pressemitteilungen ab.

Dieses Mal aber, am 23. März 2018 in Trèbes Südfrankreich, war es anders.

Ein 26-jähriger Marokkaner, der sich zu ISIS bekannte, verschanzte sich in einem Supermarkt mit einer Handfeuerwaffe, einem Messer und drei selbstgebastelten Bomben und nahm Geiseln. Er hatte schon zwei Menschen erschossen, als Lt.Col. Arnaud Beltrame von der Gendarmerie nationale am Ort des Geschehens ankam.

Beltrame bot sich als Austausch gegen eine weibliche Geisel an. Der Terrorist willigte in den Tausch ein.

Es war eine mutige und taktisch kluge Handlung: nicht nur wurde eine unschuldige Zivilistin ausser Gefahr gebracht, sondern Beltrame liess sein Handy mit einer bestehenden Verbindung auf einem Tisch liegen, damit die Polizei ausserhalb des Supermarkts hören konnte, was sich innerhalb des Gebäudes abspielte.

Als der Jihadist auf Beltrame schoss und einstach, stürmte die Spezialeinheit der Gendarmerie den Supermarkt und erschoss den Geiselnehmer. Am folgenden Tag erlag Arnaud Beltrame seinen Verletzungen.

Über die Frau, deren Platz Arnaud Beltrame freiwillig einnahm, wird nicht in der Öffentlichkeit berichtet, was auch verständlich ist.

Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass sie – als ihr Tag begann – geahnt hatte, dass sie heute einen Retter brauchen würde. Sie wollte bloss einkaufen. Plötzlich und unverhofft steckte sie mitten drin; von einem mörderischen Terroristen als Geisel genommen.

Sicherlich rasten ihr Gedanken durch den Kopf: Soll ich die Flucht ergreifen? Werden andere Geiseln den Terroristen überwältigen? Wird die Kugel eines Scharfschützen ihn erledigen? Werde ich heute sterben?

Hatte sie sich vorstellen können, dass sie durch einen anderen erlöst werden würde, der ihren Platz einnehmen würde?

An jenem Freitagmorgen waren sich die Menschen in Trèbes nicht bewusst, dass sie heute einen Retter brauchen würden. An einem Freitagmorgen in Jerusalem vor fast 2000 Jahren waren sich die Menschen auch nicht bewusst, dass sie einen Retter brauchen würden, und auch heute sind sich immer noch viele Menschen nicht bewusst, dass sie einen Retter brauchen.

Wir alle sind Geiseln. Die ganze Menschheit wird von Satan und seiner Macht der mörderischen Sünde als Geiseln genommen und mit dem Tod bedroht. Kommt kein Retter, wird der Vater aller Terroristen uns von einer Rückkehr ins Leben mit Gott für immer abhalten.

Ein Retter ist aber gekommen: „Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und dass sie die Wahrheit erkennen. Es gibt nämlich nur einen Gott und es gibt auch nur einen Vermittler zwischen Gott und den Menschen – den, der selbst ein Mensch geworden ist, Jesus Christus. Er hat sein Leben als Lösegeld für alle gegeben und hat damit zu der von Gott bestimmten Zeit den Beweis erbracht, dass Gott alle retten will.“ (1Ti. 2,4-6)

Am Kreuz nahm Jesus unsere Sünde auf sich. Er nahm unsren Platz ein, sein Todesurteil wäre eigentlich unseres gewesen. Er zahlte das Lösegeld, um uns von der Sündenschuld zu befreien. Wir sind nun frei, Jesus nachzufolgen; mit ihm zu leben.

Unser Retter ist nun da. Erkennen wir den Ernst und die Gunst der Stunde?

Es wird von Arnaud Beltrame berichtet, dass er sich für die christlichen Wurzeln der französischen Kultur interessierte. Offensichtlich hat er etwas gelernt und beherzigt.

David Tarjan