Am 11. März 2011 begann der Meeresboden vor Japan gewaltig zu beben. Innerhalb fünf Minuten wird dabei der 83-fache Jahresweltenergiebedarf freigesetzt oder – anders ausgedrückt – das Äquivalent von 780 Millionen Hiroshima-Bomben. Die Hauptinsel Japans wird 2,4m  nach Osten verschoben. Tsunamis – bis zu 38m hoch – verwüsten 470 km2 Küstenlandschaft: zerstörte Städte, Hunderttausende von Obdachlosen und 25‘000 Tote.

Katastrophen von diesem Ausmass lassen uns oft sprachlos werden. Aber Fragen steigen auf, Fragen wie: „Wo war Gott?“  Hätte er nicht das Unheil verhindern können?  Jesus hatte doch den Sturm bedroht und den See gestillt. Warum hat Gott nicht die tektonischen Platten oder das wütende Meer beruhigt?

Mit den Fragen schwingt doch ein Hauch Schuldzuweisung mit: Warum lässt ein liebender, allmächtiger Gott solche Dinge geschehen? Warum lässt er Menschen leiden?

Naturkatastrophen wie das Erdbeben in Japan werden oft in ihrem Ausmass als „biblisch“ oder „apokalyptisch“ beschrieben.  „Apokalypse“ ist griechisch für „Offenbarung“ und deutet auf das letzte Buch der Bibel, das genau diesen Namen trägt.

Gerade in der Offenbarung des Johannes bekommen wir eine Antwort darauf, warum Gott Unheil zulässt:

„Und die Menschen wurden von grosser Hitze versengt und lästerten den Namen Gottes, der über diese Plagen Macht hat, und sie taten nicht Busse, ihm Ehre zu geben.“ (Off 16,9)

Die Offenbarung erzählt von mehreren Naturkatastrophen – Plagen genannt – die im Laufe der Geschichte Menschen heimsuchen werden. Es ist wohl in Gottes Macht, Unheil zu verhindern, sei es von Menschen oder der Natur verursacht, aber Gott greift nicht immer ein. Gott sucht eine Nebenwirkung des Unheils: Busse!

Einst kamen Menschen zu Jesus mit Fragen zu Katastrophen. Pilatus, ein willkürlicher römischer Machthaber, hat im Norden des Landes ein Blutbad unter wehrlosen Demonstranten angerichtet. Es gab auch letztens in Jerusalem einen Turm, der einstürzte und 18 Menschen tötete. Die Leute wollten wissen, warum Gott diese Dinge zuliess.  Waren die Opfer besonders schlimme Sünder, die eine göttliche Strafe verdient hatten? Jesus antwortete:

„Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht Busse tut, werdet ihr alle ebenso umkommen.“ (Luk 13,1-5)

Das ist ein hartes Wort. Was sollen wir dabei denken?

Jesus will offensichtlich unsere Denkrichtung ändern: von den Opfern der Katastrophe weg und auf uns selbst zu. Statt zu fragen: warum hat es sie getroffen, sollten wir lieber darüber reflektieren: Warum hat es nicht mich getroffen? Ich bin nicht besser als sie. Ich bin genau wie sie ein Schuldner vor Gott.

Wenn wir von Katastrophen hören, rät uns Jesus darüber nachzudenken, ob wir nicht Busse nötig haben.

Busse tun heisst: zu Gott umkehren, ihn als Schöpfer anerkennen und Schutz und Rettung bei ihm suchen.

Wenn Jesus von unserem drohenden „Umkommen“ spricht, meint er damit nicht unseren irdischen Tod, den wir alle früher oder später erleiden werden, sondern den Verlust des ewigen Lebens – ob wir an Gottes ewiger Herrlichkeit teilnehmen oder in der ewigen Gottesferne umkommen werden.

Katastrophen warnen vor dem endgültigen Gericht am Ende der Zeit, bei dem sich alle Menschen vor Gott verantworten müssen und ohne Ausnahme schuldig sein werden, es sei denn, dass sie Busse getan und Christus als ihren Retter anerkannt haben.

Gott will nicht, dass wir umkommen. Deshalb hat er das Gericht über unsere Sünde an Jesus vollzogen, damit jeder, der auf die Einladung des Evangeliums hin, Busse tut und das stellvertretende Opfer des Sohnes Gottes für sich in Anspruch nimmt, nicht gerichtet wird und nicht umkommen muss.

Jesus hat vorausgesagt, dass es immer wieder Kriege, Seuchen und Erdbeben geben wird, bis er wiederkommt (Mat 24,7). Wenn sie uns nicht treffen und wir uns fragen: „Wo war Gott?“, denk daran: Er war am Kreuz.

Ja, er war am Kreuz, damit wir Busse tun können und nicht umkommen müssen.

Gott hat eine Frage an dich: „Wo bist Du?“ (1Mo 3,8-10). Versteckst Du Dich hinter dem Gebüsch oder kniest Du unter dem Kreuz? Der Unterschied heisst: Busse!