Die Volksmengen staunten darüber. Freunde waren ungemein beeindruckt. Widersacher wurden zum Schweigen gebracht. Mit jeder neuen Macht-Tat offenbarte Jesus  nach und nach, wozu er alles fähig war. Seine Macht erstreckte sich über die Naturgesetze, über Zeit und Raum, über Krankheit, sogar über den Tod.

Aber ebenso beeindruckend waren die Gelegenheiten, bei denen Jesus sich entschied, seine ausserordentliche Kraft nicht anzuwenden. Jesu grösster Verzicht fand bei seiner Kreuzigung statt: „Die Leute, die vorübergingen, schüttelten den Kopf und riefen höhnisch: … Anderen hat er geholfen aber sich selbst kann er nicht helfen! … Der Messias will er sein, der König Israels! Soll er doch jetzt vom Kreuz herabsteigen! Wenn wir das sehen, werden wir an ihn glauben!“ (Mar. 15,29-32).

In der Tat, hätte Jesus das wohl tun können: in einem Augenblick vor ihnen auf Augenhöhe Angesicht zu Angesicht stehen. Wie töricht und erschrocken wären seine Kritiker dann erschienen. Hätten sie aber deswegen einen Herzenswandel erlebt und an Jesus geglaubt, wie sie grossmäulig und hämisch behaupteten? Wohl kaum, aber Jesus hätte sich unsäglich viel Leiden ersparen können, wenn er ihrem Vorschlag gefolgt wäre.

Dass Jesus Wunderkräfte besass, steht ausser Frage. Die Frage, worüber es sich lohnt nachzudenken, ist vielmehr die: Wie ist Jesus mit seiner Macht umgegangen?

Jesus setzte seine Kräfte nie zum Eigennutz ein. Seine Wunder bewirkte er, damit Menschen seine Botschaft ernst nehmen würden: „Doch ihr sollt wissen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf Erden Sünden zu vergeben. Und er wandte sich zu dem Gelähmten und sagte: Ich befehle dir, steh auf, nimm deine Matte und geh nach Hause! Da stand der Mann auf…“ (Mar. 2,10-12).

Alle seine Wunder dienten zum Wohl von anderen: „Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld für viele hinzugeben.“ (Mar.10,45).

Die Kraft, die in Jesus wirkte, ist nicht von der Erde verschwunden. Zu den Aposteln sagte er: „Wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt, werdet ihr mit seiner Kraft ausgerüstet werden, und ihr werdet dazu befähigt, meine Zeugen zu sein…“ (Apg. 1,8).

Zehn Tage später war es so weit und von jenen Pfingsten bis zum heutigen Tag ist das Zeugnis der Apostel dasselbe geblieben: „Kehrt um und jeder von euch lasse sich auf den Namen von Jesus Christus taufen zur Vergebung eurer Sünden und ihr werdet seine Gabe, den Heiligen Geist bekommen.“ (Apg 2,38).

Alle Jünger Jesu Christi empfangen die Gabe des Heiligen Geistes – eine Quelle ungeahnter Kraft: „Er (Gott) öffne euch die Augen des Herzen, damit ihr erkennt… mit was für einer überwältigend grossen Kraft er unter uns, den Gläubigen, am Werk ist.“ (Eph. 1,18-19).

Der Heilige Geist teilt verschiedene Gaben unter uns aus. Er tut es wie er will (1.Kor. 12,4-11) und nicht alle haben Wunderkräfte (1.Kor 12,29-30), aber alle bekommen Zugang zur Kraft, um andern von Jesus zu bezeugen oder in seinem Namen zu dienen.

Durch den Geist Gottes haben wir die Kraft, Gott zu erkennen und zu verstehen, damit wir von seiner Herrlichkeit begeistert und  überzeugt weitererzählen können: „Wir aber haben diesen Geist erhalten – den Geist, der von Gott kommt, nicht den Geist der Welt. Darum können wir auch erkennen, was Gott uns in seiner Gnade alles geschenkt hat.“ (1.Kor 2,10-12).

Durch den Geist Gottes haben wir die Kraft, Charaktereigenschaften zu entwickeln, welche unsere Mitmenschen als Frucht geniessen dürfen: „Die Frucht hingegen, die der Geist Gottes hervorbringt, besteht in Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Rücksichtnahme und Selbstbeherrschung.“ (Gal. 5,22).

Ja, der Heilige Geist wirkt heute noch in den Gemeinden Jesu Christi. Er will uns mit grossartiger Kraft von oben ausstatten. Aber, wie Jesus es uns vorgelebt hatte, diese Kraft steht uns nicht zur Verfügung, um uns persönlich zu bereichern oder um zu Rang und Namen zu gelangen.

Die Kraft von oben wird uns geschenkt, um den Namen Jesus zu erheben und um unseren Nächsten zu dienen:

Jeder soll den anderen mit der Gabe dienen, die er von Gott bekommen hat. Wenn ihr das tut, erweist ihr euch als gute Verwalter der Gnade, die Gott uns  in so vielfältiger Weise schenkt. Redet jemand im Auftrag Gottes, dann soll er sich bewusst sein, dass es Gottes Worte sind, die er weitergibt. Übt jemand einen praktischen Dienst aus, soll er die Kraft in Anspruch nehmen, die Gott ihm dafür gibt. Jede einzelne Gabe soll mit der Hilfe von Jesus Christus so eingesetzt werden, dass Gott geehrt wird. Ihm gehören der Ruhm und die Macht für immer und ewig. Amen.“ (1.Pet. 4,10-11).

Manchmal kommen wir uns unbedeutend, nutzlos oder kraftlos vor. Manchmal sind wir ohnmächtig gegenüber dem Leiden und der Verkehrtheit in dieser von Satan beherrschten Welt. Vergiss nicht: Satan ist eine überwundene Macht und sein Reich ist mit einem Ablaufdatum versehen. Rede Gottes Wort und tue Gutes trotz allem!

Setzt euch unaufhörlich und mit ganzer Kraft für die Sache des Herrn ein! Ihr wisst ja, dass das, was ihr für den Herrn tut, nicht vergeblich ist.“ (1.Kor 15,58).

David T.