|
| |
|
| |
|
| |
| Direkte Rede | |
|
|
|
Im achten Kapital des Johannes-Evangeliums zwischen
den Versen 21 und 59 wird uns der Inhalt eines erstaunlichen Gespräches
zwischen Jesus und seinen Landsleuten überliefert. Die Zuhörer
Jesu reagieren auf seine Worte zuerst mal mit Neugier, dann mit
Glauben, aber zum Schluss sind sie aufgebracht und wollen Jesus
töten. Was ist gelaufen?
Jesus fängt an mit der Aussage, dass er weggehen wird und sie ihm nicht werden folgen können. Sie wollen dann wissen, wohin er geht. Daraufhin erwidert Jesus, dass sie von unten, aus dieser Welt sind; er aber ist nicht von dieser Welt, sondern von oben - und wenn sie dies nicht glauben, werden sie in ihren Sünden sterben. Voll Neugier fragen sie ihn verständlicherweise: "Wer bist du? Jesus antwortet nur indirekt, als er sagt: "Wenn ihr mich erhöht haben werdet, dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin. Und als er dies sagte, berichtet uns Johannes, glaubten viele an ihn. Zu jener Zeit haben die Juden mit grosser Spannung auf ihren verheissenen Messias gewartet. Nach ihren Vorstellungen würde er ein mächtiger König sein, der sie von der römischen Besatzungsmacht befreien werde. Jesus war ihnen schon sehr bekannt als ein grosser Lehrer und Wunderwirker; als er von seiner Erhöhung redet, denken sie an einen Thron - Jesus aber weiss: es wird ein Kreuz sein. Seine Zuhörer glauben im Moment an ihn, aber sie glauben eigentlich vielmehr an ihre eigenen messianischen Vorstellungen, als an den wahren Messias, der vor ihnen steht. Jesus versucht, ihre Vorstellungen zu korrigieren: "Wenn ihr in meinem Wort bleibt werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen, verspricht Jesus. Aber genau dieses Wort wollen sie nicht annehmen. Ungehalten antworten sie: " Wir sind Abrahams Nachkommen - Gottes auserwähltes Volk - wie kannst du sagen, dass wir eine Wahrheit brauchen, die uns befreit? Worauf Jesus erwidert: " Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Sklave. Wenn ihr Abrahams Kinder wäret, würdet ihr euch verhalten wie er sich verhalten hat, und mich aufnehmen; aber nein, ihr verhaltet euch wie euer Vater. Empört behaupten sie: "Unser Vater ist Gott! Jesus kontert: "Wenn Gott euer Vater wäre, würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott gekommen. Ihr aber wollt die Begierden eures Vaters, des Teufels, tun. Er war ein Menschenmörder und Lügner von Anfang an. Und weil ich die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht. Dann fordert Jesus sie auf, ihn einer einzigen Sünde zu überführen. Das können sie aber nicht, aber anstatt über die Bedeutung seiner ausserordentlichen Lebensweise nachzudenken, beschimpfen sie ihn: "Sagen wir nicht mit Recht, dass Du ein Samariter bist und einen Dämon hast! Jesus antwortet: "Ich habe keinen Dämon. Ich ehre meinen Vater, und wenn jemand mein Wort hält, wird er den Tod nicht sehen in Ewigkeit. Fast ausser sich fordern sie ihn auf: "Was sagst du da? Abraham und die Propheten sind alle gestorben. Bist du etwa grösser als sie? Für wen hältst du dich? Jesu Antwort lässt nicht lange auf sich warten: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: "Ehe Abraham war, bin ich. Mit dieser Aussage - "ich bin - bekundet Jesus für jüdische Ohren in aller Deutlichkeit seinen Anspruch, Gott zu sein. Daraufhin heben seine Zuhörer Steine auf, um ihn zu töten - ein Werk ihres Vaters. Von Neugier zu Glaube, von Glaube zu Hass. Was ist schief gelaufen? Wie hat es Jesus mit seinen Zuhörern so gründlich verderben können? Es war die Wahrheit, die er sprach - die Wahrheit über seine göttliche Herkunft, die Wahrheit über ihre Verstrickung in der Sünde und Beherrschung von Satan, aber auch die Wahrheit über seine Absicht und Aufgabe, sie aus der Sklaverei der Sünde zu retten und zurück in eine Beziehung mit Gott zu führen. Warum war das so schwer anzunehmen? Weil es uns Menschen direkt im Kern unseres sündhaften Wesens trifft. Jesus trifft uns in unserem Stolz. Wir müssen erkennen und zugeben, dass wir nicht unser eigener Herr sind. Wir sind nicht das, was wir vorgeben zu sein. Wir tun oft nicht das, was wir tun möchten: wir sind neidisch und lügen und begehren das, was andere haben. Wir haben Zweifel, Sorgen und Ängste. Wir sind nicht frei. Heute in unserem Land, wie damals in Palästina, haben viele von Jesus gehört. Bei uns glauben noch viele an Jesus, aber leider an einen Jesus ihrer Fantasie und Vorstellungen. Vielerorts wird ein gezähmter, kulturgerechter Jesus gepredigt, der "lieb und verständnisvoll ist; ein Jesus, dessen Anliegen es ist, uns zum gesellschaftlichen Erfolg und Glück zu verhelfen. Gewiss missgönnt uns Jesus diese Dinge nicht, aber er ist nicht deswegen gekommen und an einem Kreuz gestorben. Er ist gekommen, um über viel ernsthaftere Dinge zu reden, nämlich Satans Herrschaft über uns und unsere Verstrickung in der Sünde - in einem Wort - um uns über unsere Verlorenheit aufzuklären, damit wir uns von ihm aus der ewigen Verdammnis retten lassen. Lieber Geschwister, wir haben geglaubt, so lasst uns auch reden - Klartext, wie Jesus. Nicht um Menschen zu beleidigen, sondern um ihnen den Ernst ihrer Lage deutlich zu machen, damit sie erkennen, wer Jesus ist - und gerettet werden. Und sollten sie beleidigt werden und ihren Unmut an uns auslassen, haben wir diese Verheissung: "Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen um meinetwillen. Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist gross im Himmel; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren. (Mat 5, 11-12) David Tarjan |
|
| ||
|
[
Aktuell |
Was ist die Gemeinde? ] [ Telepredigt | Artikel | Links ] [ Besuchen Sie uns | E-Mail | Willkommen ] | ||
| G e m e i n d e C h r i s t i Z ü r i c h |