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| Expo.02 | |
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Gestern war ich an der Expo. Ihr erwartet bestimmt,
liebe Leser, dass ich ein Wort zu den Arteplages in Biel, Murten,
Neuchâtel und Yverdon sage. Oder sollte ich allein den "Monolith"
des französischen Stararchitekten Jean Nouvel unter die Luppe
nehmen? Nein, die Expo, an der ich gestern war, ist nur einige
Minuten von meiner Wohnungstür in Zürich entfernt. Es
ist die Expo Gottes, seine Schöpfung. Gestern war ich im
Wald.
Der Begriff Expo ist eine Abkürzung des Fremdwortes Exposition. Exposition bedeutet Ausstellung, hat aber auch andere Bedeutungen. Eine davon ist "Darstellung, Darlegung". Die Expo.02 versteht sich unter anderem als eine Darstellung des Wesens des Schweizer Volkes (Ob es gelungen ist, sei dahingestellt). Das Urbild aller Expositionen ist die Schöpfung. In der Schöpfung hat Gott einige seiner Eigenschaften dargelegt: "Denn sein unsichtbares <Wesen>, sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit, wird seit Erschaffung der Welt in dem Gemachten wahrgenommen und geschaut..." (Röm. 1,20). Durch die Schöpfung erfahren wir verschiedene Wesenszüge des Schöpfers: sein unsichtbares Wesen (wörtlich: seine "Unsichtbarkeiten"), seine ewige Kraft und seine Göttlichkeit. Wenn Ihr nächstes Mal einen Spaziergang im Wald macht, achtet darauf, wieviel Gott von sich in der Schöpfung dargelegt hat! Alles erzählt von Gott: Bäume, Blätter, Vögel, Äste, Moos, Wind, Farben, Ameisen, Geruch von Tannennadeln, Lichtstrahle, ein Eichhörnchen. Die Darstellungskraft einer Exposition ist immer beschränkt. Expo.02 kann unmöglich ein Volk von 7 Millionen Personen mit einer Geschichte von mehr als zweitausend Jahren widerspiegeln. Gleicherweise konnte Gott in seiner Schöpfung nicht vollständig darlegen, wer er ist. Er ist mehr als "nur" ein Schöpfer, so gewaltig die Schöpfung auch sei. Wer ist denn Gott wirklich? Er hat vieles über sich durch die Propheten des Alten Testamentes geoffenbart. Aber damit wir wirklich verstehen können, wer er ist, hat er uns ein Abbild von sich gegeben, Jesus: "Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes" (Kol. 1,15). Der altgriechische Begriff "eikon", das hier mit "Bild" übersetzt ist, kann auch Abbild oder Ebenbild bedeuten. Jesus wird uns auch vorgestellt als "Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und Abdruck seines Wesens" (Hebr. 1,3). Jesus ist ein Abdruck des Wesens Gottes, eine vollkommene Prägung aller Eigenschaften Gottes. Jesus sagte von sich: "Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen." (Joh. 14,9). Jesus, als Sohn, ist von Gott gezeugt und nicht geschaffen. Von all den Eigenschaften Gottes überragt eine alle anderen: die Liebe. "Gott ist Liebe" schrieb der Apostel Johannes (1. Joh. 4,8). Jesus hat die Fülle der Liebe Gottes geoffenbart. Keine Exposition hätte diese Liebe darstellen können. Der Höhepunkt der Liebe Gottes war der Opfertod Jesu am Kreuz von Golgatha. "Ich und der Vater sind eins" sagte Jesus (Joh. 10,30). Auch in ihrer Liebe zu den Menschen sind Gott und Jesus eins. Beide sind am Plan der göttlichen Liebe beteiligt: "Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus, als wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist." (Röm. 5,8). Jesu Tod am Kreuz ist der Höhepunkt der Liebe. Dieser qualvolle Tod war nötig zur Reinigung von unseren Sünden. Aus Liebe zu uns hat sich Jesus stellvertretend für uns strafen lassen. Er selber hatte keine Sünde, keine einzige. Als einziger Mensch ohne Sünde war nur er in der Lage, ein vollkommenes Opfer für uns darzubringen. Die Reinigung von den Sünden war durch keine Exposition oder irgendein Geschöpf zu erreichen. Der Sohn Gottes musste sterben. Und es ist tatsächlich geschehen! Nicht nur hat Gott das Leben seines Sohnes zur Rettung der Menschen aus der Sünde hingegeben. Er schenkt auch den Menschen, die sich zu ihm bekehren, einen neuen Stand. Er macht sie zu seinen Kindern: "Seht, welch eine Liebe uns der Vater gegeben hat, dass wir Kinder Gottes heissen sollen! Und wir sind es. Deswegen erkennt uns die Welt nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen, dass wir, wenn es offenbar werden wird ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist." (1. Joh. 3,1-2). Noch haben wir, als Christen, keinen anderen Zugang zu Gott als nur durch den Glauben, denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen (2. Kor. 5,7). Aber Gott verheisst uns, dass wir ihn am Ende der Zeit im Himmel sehen werden, wie er ist. Die Ewigkeit werden wir mit Gott selber in seiner unmittelbaren und uneingeschränkten Gemeinschaft verbringen. Unsere Augen werden keine Exposition sehen, sondern Gott selber in der Fülle seines Wesens! "Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich selbst, wie <auch> jener rein ist." (1. Joh. 3,3). Olivier Cuendet |
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