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Verbindliche Freiwilligkeit
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Unsere Wohlstandsgesellschaft bietet ein prallvolles Angebot an Genuss, Vergnügen und Kurzweil. Für alle ist etwas da. Für Wissensdurstige, Unternehmungslustige, für Abenteuerhungrige und Weltenbummler.
 
Es besteht Aussicht auf Erfolg, auf hohen Verdienst und Lebensfreude. Aber nicht alle können im gleichen Mass daran teilhaben.
 
Es wird immer ein starkes Gefälle geben in der Gesellschaft. Die einen stehen auf der Sonnenseite, andere fristen im Schatten ihr Dasein.
 
Ich kann es denen, die es nicht so gut haben, nicht Übel nehmen, wenn sie die Glücklichen beneiden. Es ist hart zusehen zu müssen, wie die einen bevorzugt sind und geniessen, während andere darben.
 
Missgunst und Bedenken kann aber auch Leute treffen, die etwas weitaus kostbareres gefunden haben, nämlich die, die durch das Evangelium Christi erleuchtet wurden, die Kräfte der zukünftigen Welt geschmeckt haben und des Heiligen Geistes teilhaft geworden sind; wenn sie zurück schauen in die Welt und sagen: Ich habe den Eindruck, dass es vielen Menschen in der Welt bedeutend besser geht als mir. Wehmut befällt sie und sie hadern mit Gott.
 
Diese verzweifelten Gedanken gingen auch dem Propheten Jeremia durch den Kopf und er klagte. Jeremia 12, 1-2 "O Herr, du bleibst ja im Recht, wenn ich wider dich hadre, und doch muss ich mit dir rechten: warum geht es den Gottlosen so gut und leben so sicher alle die treulos handeln?"
 
Es gibt immer wieder Gläubige, die sich mit solchen Gedanken quälen, wie es Asaph schildert in seinem Psalm 73. Ich bin dankbar für die Offenheit, mit der er seine Zweifel bekennt. Psalm 73, 1-5 "Ein Psalm Asaphs. Lauter Güte ist Gott gegen den Frommen, der Herr gegen die, die reines Herzens sind. Ich aber wäre beinahe gestrauchelt; um ein Kleines, so wäre mein Fuss ausgeglitten. Denn Eifer wider die Übermütigen ergriff mich, da ich sah wie es den Gottlosen so wohlging: sie leiden keine Qualen; gesund und wohlgenährt ist ihr Leib. Von der Mühsal der Sterblichen sind sie frei, sie sind nicht geplagt wie andre Menschen." Und Verse 13 - 17. "Ganz umsonst hielt ich rein mein Herz und wusch meine Hände in Unschuld; war ich doch geplagt allezeit, und meine Züchtigung war jeden Morgen da. Wenn ich gedacht hätte: Ich will auch so reden, siehe, so hätte ich das Geschlecht deiner Kinder verraten. Da sann ich nach und suchte es zu verstehen - es war eine Qual in meinen Augen -, bis ich erfasste Gottes heiliges Walten und achthatte auf ihr Ende."
 
Asaph machte einen Reifungs-prozess durch, der mit einer Qual verbunden war. Er hielt durch und versuchte zu verstehen, bis er zu einer tiefen Einsicht gelangte und verstand, warum ein Leben mit Gott anders ist als ein Leben in der Welt nach eigenen Wünschen und Vorstellungen; warum Gott es zulässt, dass es auch Gottlosen gut geht. Jesus hat ein anderes Leben geführt als die Menschen (in) der Welt. Er kam um das Verlorene zu suchen und zu retten. Lukas 19, 10 "Denn der Sohn des Menschen ist gekommen, um das Verlorene zu suchen und zu retten."
 
Paulus sagte über das Leben Jesu: "Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, dass er obwohl er reich war, um euretwillen arm wurde, damit ihr durch seine Armut reich würdet." 2. Kor. 8,9
 
Dies ist meines Erachtens eine der bedeutendsten Aussagen über das Leben Jesu.
 
Den wirklichen Reichtum Jesu erkennen wir nur, wenn wir uns wie Asaph die Mühe machen, über Gottes heiliges Walten nachzudenken; wenn wir uns auf eine Läuterung einlassen.

 
Als Jesus am Kreuz hing, von seinen Jüngern verlassen, fluchte er nicht über seine Feinde, er schwor nicht Rache noch spürte er Bitterkeit. Er sagte vielmehr: Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.
 
Er hätte sagen können: Wie vielen anderen Menschen geht es besser als mir. Ich hätte doch einen anderen Weg einschlagen sollen.
 
Nein! Tausendmal nein! So etwas wollte Jesus nicht sagen. Jesus hatte sein Leben bewusst und willentlich eingesetzt als Opfer für die Ungerechtigkeiten der Welt. Er hatte sich freiwillig entschieden den Willen seines Vaters zu tun und den Menschen zu dienen.
 
Er war ein Kämpfer gegen die satanischen Mächte, die unsere Welt beherrschen. Entbehrung und Verzicht war seine Wahl, um das Heil zu bewirken und Menschen zurückzuführen in die Gemeinschaft und Geborgenheit mit Gott.
 
Wohlstand und Lebensfreude sind noch keine Rettung. High-tech und Erfolg bedeuten noch keine Beziehung zu Gott, sondern werden sehr rasch zur Ablenkung von unserem Schöpfer.
 
Was wollen wir? Den Fünfer und das Weggli oder wollen wir ein Leben in der Nachfolge des Herrn? Aber dann bitte mit verbindlicher Freiwilligkeit.
 
 
Wolfram Schrader
 

 


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