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| Gastfreundschaft - oder - Zu Besuch auf Gran Canaria | |
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Es ist noch gar nicht so lange her, da unternahmen fünf Freunde
eine Reise eine Reise auf eine Insel. 210 km von der
afrikanischen Küste entfernt, 1250 km südwestlich von
Spanien, dort befindet sich, umgeben vom Atlantik, Gran Canaria. Mit
einer Fläche von 1532 km2 ist es die drittgrösste
der Kanarischen Inseln. Rund 650'000 Menschen leben dort, wobei mehr
als die Hälfte davon in der Hauptstadt Las Palmas. Dazu
gesellen sich jedes Jahr etwa 2,2 Millionen Touristen!
Unsere fünf Freunde haben viel erlebt auf ihrer Reise. Wo eine Insel ist, da gibt es immer auch Strände. Besonders einladend zum Baden sind die Sandstrände und davon hat es in Gran Canaria nicht wenige. Einer der grössten Strände ist der Playa del Inglés ganz im Süden gelegen, gerade neben den eindrücklichen und bekannten Sand-Dünen von Maspalomas. Im Süden hat es allgemein viele Strände und einer davon wurde sogar künstlich angelegt mit Sand aus der Karibik. Auch im Norden der Insel laden sehr schöne Strände zum Baden ein. Der berühmteste unter ihnen ist wahrscheinlich der Playa de las Canteras in Las Palmas. Die Fünf unternahmen auch einige Ausflüge ins Landesinnere. Dort ist es zum Teil recht gebirgig mit vielen herzigen kleinen Dörflein. Um die Mittagszeit bis so gegen den späteren Nachmittag scheinen diese Orte fast wie ausgestorben. Es ist Siesta-Zeit! Erst um fünf Uhr haben die meisten Läden und Restaurants wieder offen und Leben kehrt wieder in die Strassen ein. Imposant war der Aufstieg an den Fuss des Roque Nublo, einem riesigen Felsbrocken auf rund 1800 m über Meer, fast in der Mitte der Insel gelegen. Von dort bietet sich eine wunderschöne Sicht auf Teneriffa. Sogar mit dem Mountain-Bike waren unsere Freunde einmal unterwegs von den Bergen im Landesinnern bis ans Meer. Ebenfalls ein schönes Erlebnis war die mehrstündige Katamaran-Fahrt entlang der Südküste mit einem Sonnenuntergang als Abschluss. Ja, und fast hätte ichs noch vergessen, das feine Essen natürlich: die herrlichen Mangas und Papayas zum Frühstück oder die grosse Auswahl an Meerestieren zum Nachtessen mit den typischen Papas arrugadas (übersetzt: runzlige Kartoffeln) an einer Mojo- oder Gofio-Sauce. Ein besonderer Hit waren bei einigen auch die Glacés der Marke Ciao Ciao! So gäbe es sicher noch vieles darüber zu berichten, was die Fünf alles auf ihrer Reise unternehmen durften. Das schönste jedoch was sie erlebt haben, das war die Gastfreundschaft. Sie wohnten nämlich während ihrer Zeit auf Gran Canaria nicht in einem Hotel oder einem Ferien-Appartement im Süden, wie die meisten der Touristen. Nein, sie wohnten bei einer 4-köpfigen Familie in einem kleinen Dorf im Norden. Die liebevolle Gastfreudschaft dieser Familie bleibt unvergesslich. Schon am Flughafen wurden die Fünf abgeholt, und das mitten in der Nacht, wobei das Flugzeug erst noch zwei Stunden Verspätung hatte. In ihrem Haus überliess die Familie den ganzen oberen Stock samt den Betten ihren fünf Gästen und sie selbst schliefen auf Sofa und Matrazen im Erdgeschoss. Oft bereiteten sie ihren Gästen das Frühstück, oft unterstützten sie beim Organisieren der Ausflüge oder kamen selber mit, oft gaben sie gute Tips... und vor allem waren sie immer sehr herzlich und hilfsbereit. Was ist eigentlich Gastfreundschaft? Oder noch vorher angefangen: Was respektiv wer ist denn ein Gast? Im Duden ist zu lesen unter Gast: zur Bewirtung oder vorübergehenden Beherbergung eingeladene oder aufgenommene Person (ursprünglich: Fremdling). Im neutestamentlichen Griechisch heisst Gastfreunschaft philoxenia, was man wörtlich übersetzen könnte mit Liebe zum Fremdling. Ein Fremder ist entweder unbekannt, nicht vertraut oder ein Nicht-Bürger, nicht ortsansässig. Vielleicht kennt er die Sprache nicht, ist nicht vertraut mit den Gewohnheiten, der Gegend, den Regeln. Er muss oft fragen und sich erkundigen. Ein Fremder braucht Hilfe. Wie froh sind wir da, wenn uns jemand gerne Auskunft gibt oder eben, uns sogar zur Herberge aufnimmt. Am schönsten ist es, wenn man in fremdem Lande jemanden kennt, an den man sich wenden kann. Und so war es auch bei unseren fünf Freunden. Die Familie, bei der sie wohnen durften, war ihnen nämlich keineswegs unbekannt. Etwas hat sie alle besonders verbunden: Der Glaube an unsern Herrn Jesus Christus. Paulus spornt uns an in seinem Brief an die Christen in Rom: ... an den Bedürfnissen der Heiligen nehmt teil; nach Gastfreundschaft trachtet! (Kap. 12,13) Und Petrus mahnt in 1. Petr. 4,9: Seid gastfrei gegeneinander ohne Murren! Im letzten Kapitel des Hebräerbriefes gibt der Schreiber eine ganze Reihe von Ermutigungen: Die Bruderliebe bleibe! Die Gastfreundschaft vergesst nicht! Denn dadurch haben einige, ohne es zu wissen, Engel beherbergt. (Hebr. 13,1-2) Kann es etwa sein, dass nicht nur die Gäste, sondern auch die Gastgeber Engel sein können? Ein Engel ist ein Bote - ein Bote Gottes und das griechische Wort dafür lässt sich auch einfach als Botschafter übersetzen. Ob in unserer Geschichte nun wirkliche Engel darunter waren, das weiss ich eigentlich nicht so genau, aber eines weiss ich: die Familie, bei der die Fünf zu Gast waren, die hatte eine Botschaft. Und wisst Ihr was für eine? GASTFREUNDSCHAFT! Hansueli Nebiker |
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