o
o
o
Unser Gottesbild
o
 

Kurzbevor Gott mit der Erschaffung seiner Schöpfung fertig war, wagte er etwas Aussergewöhnliches, etwas Spektakuläres, sogar etwas Gefährliches. Wir lesen in 1Mose 1, 27: " So schuf Gott die Menschen nach seinem Bild, als Gottes Ebenbild schuf er sie und schuf sie als Mann und als Frau.
 
Allein wir Menschen sind mit der Ehre ausgezeichnet, nach Gottes Bild geschaffen zu sein. Die ersten Menschen waren jedoch mit dieser Auszeichnung nicht zufrieden. Sie wollten mehr. Sie wollten mit Gott gleichgestellt sein und lehnten sich gegen ihn auf. Durch ihren Ungehorsam rissen sie ihre Seelen von Gott los. Die Konsequenz ihres Vergehens war der Tod - sowohl physisch als auch geistlich - Gott verbarg sich vor den Menschen.
 
Die Menschen konnten Gott nicht mehr sehen, nur noch hören. Denn Gott sprach durch Propheten und Engel zu seinem Volk Israel. Die Israeliten hätten nach seinen Worten leben sollen. Aber sie wollten lieber einen Gott, den man sehen kann und der ihnen nicht in das Leben hineinredet.
 
So machten sie das goldene Kalb. Ein schöner Gott, glänzend und golden, aber eben stumm und wortlos, also anspruchslos.
 
Gott schuf den Menschen nach seinem Bild. Aber der Mensch neigt von Anfang an dazu, diesen Zusammenhang zu verdrehen - sich einen Gott nach seinem Bild zu schaffen. Diese Verkehrtheit dauert heute noch mit unverminderter Kreativität an. Wir machen uns gerne unseren eigenen Gott und er soll uns bei unserem Streben nach Selbstverwirklichung helfen. Nun ein paar Beispiele:
 
Der Feuerwehr-Gott, der schnell herbeieilen soll, wenn es brennt. Aber besser ist natürlich, wenn ich ihn gar nicht brauchen würde.
 
Der Planierraupen-Gott, dessen Sinn und Zweck es ist, die Hindernisse auf dem Wegzu meinem Glück beiseite zu schieben.
 
Der Automaten-Gott, der zuverlässig und einwandfrei zu funktionieren hat, wenn ich Glaube und Gebet einwerfe.
 
Der Drogen-Gott, der mich aus Trauer und Angst stets in Hochstimmungen führen soll.
 
Der Dekorations-Gott, der unsere Familienfeste und Lebenshöhepunkte wie eine hübsche Girlande verschönern soll.
 
Der Milchstrassen-Gott, der als irgendein höheres Wesen von irgendwoher mir Kräfte zuspeisen soll. ( "Möge die Macht mit dir sein...")
 
Der Vorzeige-Gott, der in meinem Leben wohl die erste Geige spielen darf, aber am Dirigentenpult stehe ich und bestimme die Einsätze Gottes.
 
Gott zu unserer Schöpfung zu machen ist die eigentliche Ursünde: der Glaube, über Gott verfügen zu können.
 
Um uns von diesem tödlichen Fehlverhalten zu befreien, müssen wir Gott wiederhören und sehen können. Gott sei dank ist das wieder möglich, wie wir am Anfang des Hebräerbriefes vernehmen können:
 
"In der Vergangenheit hat Gott in vielfältigster Weise durch die Propheten gesprochen. Aber jetzt, am Ende der Zeit, hat er zu uns gesprochen durch den Sohn....Durch ihn hat er auch am Anfang die Welt geschaffen. Die ganze Herrlichkeit Gottes leuchtet in ihm auf; in ihm hat Gott sein innerstes Wesen sichtbar gemacht." (Heb 1, 1-3)
 
Durch Jesus Christus hören wir Gottes Wahrheit und sehen wir Gottes Herrlichkeit. Jesus bezeugte, "ich und der Vater sind eins" (Jo 10,30); und "wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen" (Jo 14,9).
 
Wir wollen sowohl die Augenzeugenberichte über Jesus in den Evangelien als auch die Worte seiner Apostel in den Briefen des neuen Testaments lesen, um Gott zu sehen und hören. Und unter Gebet darum ringen, dass wir sein Vorbild und seine Gebote beherzigen, damit wir wirklich Menschen nach dem Bilde Gottes werden und nicht der Versuchung verfallen, uns einen Gott nach unserem Bild zu schaffen, was am Schluss zu einer furchtbaren Enttäuschung führt.
 
 
David Tarjan
 

 


Aktuell  |  Was ist die Gemeinde?  ]
Telepredigt  |  Artikel  |  Links  ]
Besuchen Sie uns  |  E-Mail  |  Willkommen  ]
 
G  e  m  e  i  n  d  e       C  h  r  i  s  t  i       Z  ü  r  i  c  h