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Mission Impossible
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Es war etwa um das Jahr 49 nach Christus. Paulus und Silas brachen auf von der damaligen Weltstadt Antiochia, an der heutigen Grenze zwischen Syrien und der Türkei: der Beginn der zweiten Missionsreise. Sie durchzogen zuerst Syrien und Cilicien und stärkten die Gemeinden. Dann gings weiter nach Derbe.
 
In Lystra bekamen sie Verstärkung: Timotheus, ein treuer Bruder, der Sohn einer gläubigen jüdischen Frau und eines griechischen Vaters. Paulus wollte, dass dieser mit ihnen ziehe. Zu dritt durchzogen sie nun die Städte und übergaben den Geschwistern die Beschlüsse, die von den Aposteln und Ältesten in Jerusalem festgesetzt waren (vgl. Apg. 16,23-29). Die Gemeinden wurden dadurch gestärkt, gefestigt im Glauben und nahmen täglich zu an Zahl.
 
Ein guter Start! Die zweite Missionsreise nimmt ihren Lauf und eigentlich scheint alles auf bestem Wege zu sein: ein gutes Team, die Geschwister werden ermutigt und viele Menschen kommen zum Glauben. Was könnte ein Missionar sich besseres wünschen.
 
Doch dann die plötzliche Wende: ”Weil ihnen aber vom Heiligen Geist verwehrt wurde, das Wort in der Provinz Asia zu verkünden, reisten sie durch Phrygien und das galatische Land. Sie zogen an Mysien entlang und versuchten Bithynien zur erreichen, doch auch das erlaubte ihnen der Geist Jesu nicht. So durchwanderten sie Mysien und kamen nach Troas hinab.” (Apg. 16,6-8)
 
Sie wollten das Wort in Asia verkünden, es ging nicht. Dann wollten sie nach Bithynien, auch das ging nicht. ”Mission Impossible?” Sollte das das Ende sein der zweiten Missionsreise?
 
Was war geschehen? Warum konnten sie ihre Pläne nicht erreichen? Lukas, der Schreiber der Apostelgeschichte, gibt die Anwort: der Heilige Geist hat sie gehindert. Wie ist das zu verstehen? Was ist damit gemeint? Wie wurden Paulus und seine Mitarbeiter gehindert vom Heiligen Geist? Hatten sie einen Traum, eine Eingebung oder kam ein Prophet der weissagte? Erschien ihnen ein Engel oder sprach gar etwa der HERR durch ein Tier wie bei Bileam? Wir wissen es nicht. Lukas gibt uns keine Einzelheiten. Warum nicht? Könnte es sein, dass Lukas unser Augenmerk auf etwas ganz anderes lenken möchte?
 
Zweimal erwähnt er in diesem Abschnitt den Geist, einmal als Heiligen Geist, einmal als Geist Jesu. Mir scheint es, Lukas ist es wichtig zu überliefern, mit was für einer Gesinnung Paulus, Silas und Timotheus unterwegs waren. Sie gingen nicht den Weg ihrer eigenen Routenpläne, vielleicht in bevorzugte Regionen, sondern liessen sich leiten vom Heiligen Geist. ”Der Gnade Gottes anbefohlen” (Apg. 15,40), so hatten sie diese Reise angetreten, und von diesem Gott wollten sie sich auch führen lassen.
 
Nun waren sie also in Troas, an der Nordwestküste der heutigen Türkei. Was nun? Waren sie vielleicht niedergeschlagen oder entmutigt? Sollten sie noch einmal versuchen nach Bithynien zu kommen oder sollten sie mit dem nächsten Schiff zurück nach Antiochia, ihrem Ausgangspunkt? Wie sollte es weiter gehen? Was hatte Gott mit ihnen vor?
 
Die Antwort kommt in der Nacht. ”Und es erschien dem Paulus in der Nacht ein Gesicht: Ein mazedonischer Mann stand da und bat ihn und sprach: Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns! Als er aber das Gesicht gesehen hatte, suchten wir sogleich nach Mazedonien abzureisen, da wir schlossen, dass Gott uns gerufen habe, ihnen das Evangelium zu verkündigen.” (Apg. 16,9-10)
 
Gott lässt Paulus und seine Mitarbeiter nicht im Ungewissen. Gott schliesst nicht nur Türen, er kann auch ganz neue Türen öffnen: Mazedonien! Etwa 150 Seemeilen von Troas entfernt liegt die mazedonische Küste, im Norden des heutigen Griechenland gelegen. Philippi, eine sehr bedeutende römische Kolonie in Mazedonien wird das erste grosse Ziel sein. Später folgen Stationen wie Thessalonich, Beröa, Athen und Korinth.
 
Die zweite Missionsreise - fast wäre sie ins Stocken geraten - gehindert vom Heiligen Geist. Kann sein, dass es für Paulus, Silas und Timotheus gar nicht so einfach war, diese Hinderung zu akzeptieren. Vielleicht haben sie sogar mit Gott gehadert. ”Warum lässt Gott das nicht zu?” Seit jener Nacht in Troas aber wussten sie warum. Gott hatte einen ganz anderen Plan.
 
Paulus und seine Mitarbeiter hörten auf Gott, auf den Heiligen Geist. Was von aussen betrachtet, als ”Mission Impossible” zu enden schien, wurde zu einer sehr bedeutenden und auch spannenden Missionreise durch das heutige Griechenland.
 
 
Hansueli Nebiker
 

 


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