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Einer, der Mitgefühl haben kann!
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Wie viele haben nicht schon von der grossen Freiheit geträumt. Sie haben sich ins volle Leben gestürzt und sich eines Tages als Knechte der Sünde wiedergefunden.
 
Das Wort Jesu über die Knechtschaft der Sünde hatte bei seinen Volksgenossen Empörung ausgelöst. "Jeder der Sünde tut, ist der Sünde Knecht. Der Knecht aber bleibt nicht für immer im Hause; der Sohn bleibt für immer. Wenn nun der Sohn euch frei macht, werdet ihr wirklich frei sein." Joh. 8, 34-36
 
Wer ist der Sohn, der wirklich frei machen kann? Der Sohn ist Jesus, dem das himmlische Erbe gehört. Der Sohn möchte sein Erbe mit allen teilen, die an ihn glauben. Knechte der Sünde können nicht erben, es sei denn sie werden frei, das heisst, erlangen die Sohnschaft durch Christus.
 
Wieso kann Christus uns frei machen?
 
Im Verlauf der Auseinandersetzung zwischen Jesus und den Juden, stellte Jesus eine bemerkenswerte Frage: Wer unter euch überführt mich einer Sünde? Wenn ich die Wahrheit rede, warum glaubt ihr mir nicht? Heisst das, dass Jesus ohne Sünde war? Ja! Das ist das Zeugnis der Schrift.
 
Der Hebräerschreiber bestätigt: "Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der mit unseren Schwachheiten nicht Mitgefühl haben könnte, vielmehr einen, der in allem auf gleiche Weise versucht worden ist wie wir, doch ohne Sünde." Hebr. 4, 15
 
Jesus stand mitten im Leben und wurde von allen Versuchungen bedrängt, denn der Satan hatte besonderes Interesse an ihm. Er hat ihm alle Verlockungen angeboten, die die Welt kennt: Geld, Macht und Frauen.
 
Jesus blieb ohne Sünde, auch als ihn seine Feinde zum Tode verurteilten und ans Kreuz nagelten. 1. Pet. 2, 22 hält fest: "Er hat keine Sünde getan, noch ist Trug in seinem Munde gefunden worden, als er gescholten wurde, schalt er nicht wieder, als er litt, drohte er nicht, er übergab es viel mehr dem, der gerecht richtet."
 
Das ist das Erstaunliche an Jesus, das verleiht ihm eine unvergleichliche Würde. Ist es schwer ohne Sünde zu leben? Ich muss wie Paulus bekennen, obwohl ich das Gute tun wollte, tat ich das Böse. Das ist meine Erfahrung.
 
Was heisst das, ohne Sünde zu sein? Das heisst: Jesus war nicht stolz, nicht selbstsüchtig, er hat niemanden verachtet. Er ist nicht abweisend, nicht unehrlich. Er verhält sich nicht anmassend oder unzuverlässig. Er ist nicht gottlos oder habsüchtig, nicht neidisch, nicht streitsüchtig, nicht feindlich.
 
Sündlos zu sein heisst nicht, Nichts zu sein, Sündlosigkeit ist kein unbeschriebenes Blatt. Sündlos zu sein heisst nicht, neutral zu sein.
 
Wenn Jesus nicht stolz ist, wie muss er dann sein, damit er sündlos ist? Er muss demütig sein.
 
Demut ist ja die Gesinnung des Dienens, die Haltung, den anderen höher zu schätzen als sich selbst. Das ist Reife, wertvoll, kostbar, hilfreich. Das ist die Gesinnung, die Jesus brauchte, um die Erlösung für die Menschen zu bewirken.
 
Das Opfer, dessen Blut für die Sünde der Welt vergossen wurde, durfte nicht selbst mit Sünde behaftet sein. Wie könnte ein sündiger Mensch uns ermutigen von der Sünde zu lassen? Wie könnte jemand der flucht und schimpft uns dazu motivieren, das Fluchen aufzugeben und Worte der Auferbauung zu sagen. Kann etwa ein Egoist uns dazu bewegen selbstlos zu werden?
 
Das Opfer Jesu, zu unserer Rettung, musste ein sündloses Opfer sein.
Nur so war es tauglich zur Tilgung unserer Schuld, nur so konnten wir Ermutigung erfahren nach Reinheit zu trachten. Petrus erinnert uns an diese Tatsache. 1. Pet. 1, 18-20: "Ihr wisst ja, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, losgekauft worden seid von eurem nichtigen Wandel, der euch von den Vätern her überliefert war, sondern mit dem kostbaren Blute Christi als eines untadeligen und unbefleckten Lammes, welches vor Grundlegung der Welt zum voraus ersehen war, am Ende der Zeiten aber geoffenbart wurde um euretwillen, die ihr durch ihn an Gott glaubt, der ihn von den Toten auferweckt und ihm Herrlichkeit gegeben hat, sodass euer Glaube auch Hoffnung auf Gott ist."
 
Jesus war sündlos, aber er besass die Fülle Gottes, die Fülle an Liebe, Weisheit und Kraft. Das ist der Reichtum, an dem wir teilhaben können. Er setzte sein Leben ein zum Dienst an den Mitmenschen und brachte ihnen die frohe Botschaft von der Überwindung der Sünde, als einer, der Mitgefühl haben kann mit unseren Schwachheiten.
 
 
Wolfram Schrader
 

 


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