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Das Patriarchat
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"Wachet, steht fest im Glauben; seid mannhaft, seid stark!"
 
So heisst die Aufforderung in 1.Kor. 16,13 laut der Elberfelderbibel. Manche deutsche Übersetzungen ersetzen "mannhaft” mit "mutig” oder ähnliches, aber der griechische Begriff dahinter bedeutet wörtlich: "seid wie Männer!”
 
Was heisst das dann, mannhaft zu sein? Der unmittelbare Zusammenhang gibt schon eine Richtung an: wachen, fest stehen, stark sein; da wird ein kämpferischer Ton angegeben. Im nächsten Vers heisst es aber dann: " Alles bei euch geschehe in Liebe!”
 
Kampfbereit in der Liebe? Wie passt das zusammen? Kommen wir Männer uns vor wie Petrus seinerzeit, als er sein Schwert zog, um seinen Herrn zu schützen - der war eben mannhaft. Aber nachdem Jesus befahl: "So nicht!”; als Petrus nicht mehr reinhauen durfte, dann begann seine Welt auseinanderzufallen. Er wusste nicht mehr, was zu tun wäre - ausser bitterlich zu weinen.
 
Die Verwirrung über das Mannsein ist heute in unserer Gesellschaft sehr gross. Der Trend weist in Richtung der Androgynität - die Vermischung von Mann und Frau - Unisex. Ein verunsicherter Liedermacher fragte nach Weisung in seinem bekannten Lied: " Wann ist man ein Mann?”
 
Die Bibel gibt Antwort.
 
Gott schuf den Menschen in zwei Ausgaben - als Mann und Frau - zwei Typen mit verschiedenen leiblichen und psychischen Eigenschaften, um verschiedene Aufgaben zu erfüllen. Beide sind nach seinem Bilde geschaffen - gleichwertig, aber verschiedenartig und daher nicht austauschbar, als ob wir Rollen tauschen könnten.
 
Die Bibel bezeugt sehr deutlich, dass es Gottes Wille ist, dass die Männer die Führungsaufgaben wahrnehmen. Männliche Führung ist ein roter Faden durch die Heilige Schrift beginnend mit den Erzvätern, durch die Geschichte Israels hindurch, über Jesus und bis in seine Gemeinde hinein - Männer sind von Gott berufen, ihre Familien zu leiten und sein Volk zu regieren und zu belehren. Biblische Leiterschaft ist patriarchalisch.
 
Manche wollen heute geltend machen, dass die Bibel nur deswegen patriarchalisch ist, weil die damaligen Kulturen es waren. Dabei wird aber übersehen, dass genau dort im Neuen Testament, wo vom Hauptsein und von der Führung des Mannes die Rede ist, eben nicht kulturelle Rücksicht, sondern Gottes Wille als Begründung angegeben wird.
 
Im 5. Kapitel des Epheserbriefes lesen wir, dass der Mann das Haupt der Frau ist, wie Christus das Haupt der Gemeinde ist - keine kulturelle, sondern eine theologische Begründung. Im 11. Kapitel des 1.Korintherbriefes wird das Hauptsein des Mannes von Gottes Schöpfungsordnung hergeleitet - von dem Anfang, bevor es irgendwelche menschliche Kultur gab! Ebenso im 2. Kapitel des 1.Timotheus-briefes, wo die Aufgabe des öffentlichen Gebets und Lehrens in der Gemeindeversammlung den Männern anvertraut wird, macht der Apostel keine Zugeständnisse an die Kultur, sondern spricht wiederum vom Schöpfungsbericht her.
 
Das Patriarchat ist, von der Bibel her deutlich zu erkennen, Gottes Idee. Warum ist es dann zu einem Schimpfwort geworden? Warum geraten so viele in Verlegenheit, wenn ihre Bibel als patriarchalisch angeprangert wird? Wohl deswegen, weil so viele Männer, beginnend schon mit Adam, in ihrer Funktion des Hauptseins versagt haben.
 
Das Patriarchat muss nicht durchgeführt werden im Stil der Taliban. Das Patriarchat muss nicht gleichgesetzt werden mit Diktatur, Unterdrückung und Ausbeutung der Frau, wie so viele heute annehmen. Das christliche Patriarchat darf gar nicht derartig aussehen, sondern vielmehr so:
 
"Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat,... So sind auch die Männer schuldig, ihre Frauen zu lieben, wie ihre eigenen Leiber. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst. Denn niemand hat sein eigenes Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es, wie auch der Christus die Gemeinde.” (Eph 5, 25-29).
 
Hier im Epheser 5 wird das wahre, das göttliche Patriarchat beschrieben. Drei mal werden die Frauen aufgefordert, sich ihren Männer zu unterordnen und drei mal werden die Männer aufgefordert, ihre Frauen zu lieben, wie Christus seine Gemeinde liebt. Gibt es in Tat und Verhalten einen Unterschied zwischen "lieben” und "sich unterordnen”? Haben nicht beide zu tun mit, Zurückstellen der eigenen Wünsche, rücksichtsvollemVerzichten - einem Stück Selbstlosigkeit?
 
Das christliche Patriarchat bedeutet nicht sich durchsetzen und herrschen, sondern verantwortungsvolle, fürsorgliche Führung. Gott hat dem Mann die Aufgabe gegeben, dafür zu sorgen, dass in Familie und Gemeinde Gottes Wille geschieht. Wo Männer ihre Aufgabe ernst nehmen und geistlich führen, wird das Klima für die Entfaltung und das Wachstum aller begünstigt. Gottes Verheissung steht dahinter. Sein Segen liegt darauf.
 
Wann ist man ein Mann? Wenn er sich Jesus unterordnet und von ihm lernt. Sonst entartet die Hauptstellung des Mannes zu einem Zerrbild dessen, was Gott will, und dann entsteht genau das, was landläufig dem Patriarchat nachgesagt wird. Das Patriarchat ist nicht schuld an dem ungerechten Leid vieler Frauen, sondern die Sünde, die über die Männer herrscht.
 
Brüder, nehmt eure Verantwortung wahr. Seid mannhaft! Übt euch in der Gottesfurcht und folgt Jesus nach, damit alles bei euch in Liebe geschieht.
 
 
David Tarjan
 

 


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