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| Der richtige Schlüssel | |
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Ist es nicht interessant, dass Schlüssel so
klein sind und doch so gewaltige Türen zu öffnen vermögen?
Das Geheimnis ist einfach: Alle Türen, auch die schwersten
und sichersten, haben ein Schloss und dieses Schloss kann dem
richtigen Schlüssel nicht widerstehen. Der Begriff Schlüssel
wird auch im übertragenen Sinn gebraucht: Eine Nachricht
wird entschlüsselt, jemand findet den Schlüssel eines
Rätsels oder den Schlüssel des Erfolges. Auch zum richtigen
Verständnis einer Bibelstelle braucht es oft einen Schlüssel:
Jesus sprach vom Schlüssel der Erkenntnis (Lk. 11,52). Wo
finden wir den Schlüssel, um einen biblischen Text richtig
zu verstehen? Viele Dinge können als Schlüssel dienen,
z.B. eine andere Stelle aus der Schrift, eine Beobachtung aus
der Natur, ein Gespräch, archäologische Funde, usw...
Ich möchte jetzt erzählen, wie ein Zeitungsartikel mir
zu einem Schlüssel geworden ist.
Am 25. August 2003 fand ich auf der Internet-Seite CNN.com ein Artikel auf Englisch. Der Titel lautete (auf Deutsch übersetzt): "Das wiedererlangte Sehvermögen eines Mannes schenkt eine neue Sicht über das Sehen - Nach 43 Jahren Blindheit sieht Michael May wieder." Einige Sätze aus diesem Artikel habe ich übersetzt: "Er [Michael May] kann mit seinen Söhnen Fussball spielen, Filme geniessen und, zum ersten Mal, die Pisten der Sierra Nevada betrachten, auf denen er seit dem Ende der 70er Jahre geschickt -blind- skigefahren ist. Aber May kann seine Söhne Carson (11) und Wyndham (9) nicht aufgrund ihres Gesichtes allein erkennen. Dasselbe gilt, wenn es darum geht, seine Frau Jennifer zu erkennen, mit der er seit 15 Jahren verheiratet ist... Drei Jahre nachdem eine Operation dem rechten Auge Mays das Sehvermögen wieder geschenkt hat, sagen Forscher, dass der Fall Mays zeige, wie das Sehen mehr als allein eine Augenfunktion ist.... May kann einfache Formen und Farben erkennen. Er kann Objekte in Bewegung interpretieren... Aber seine dreidimensionale Wahrnehmung und seine Fähigkeit, komplexe Objekte wie das Gesicht von Verwandten und Freunden zu erkennen, bleiben schwer beeinträchtigt... May ist einverstanden mit der Theorie [eines Forschers namens] Fine, dass die Sicht, wie die Sprache, eine Fähigkeit zu sein scheint, die durch die Erfahrung feingeschliffen wird." Diesen Artikel habe ich als Schlüssel vorgestellt; aber was ist die Tür, die er öffnet? Die Tür ist eine Bibelstelle, die mir lange Zeit rätselhaft war. In meinem Unverständnis habe ich sogar aus dieser Bibelstelle den Eindruck bekommen, dass Jesus bei seinen Wundern nicht immer treffsicher war. Hier ist dieser Text: "Und sie [Jesus und seine Jünger] kommen nach Betsaida; und sie bringen ihm einen Blinden und bitten ihn, dass er ihn anrühre. Und er fasste den Blinden bei der Hand und führte ihn aus dem Dorf hinaus; und als er in seine Augen gespien <und> ihm die Hände aufgelegt hatte, fragte er ihn: Siehst du etwas? Und er blickte auf und sagte: Ich sehe die Menschen, denn ich sehe sie wie Bäume umhergehen. Dann legte er wieder die Hände auf seine Augen, und er sah deutlich, und er war wiederhergestellt und sah alles klar. Und er schickte ihn nach seinem Haus und sprach: Auch nicht ins Dorf sollst du gehen!" (Mk. 8,22-26) Wie passt der Schlüssel ins Schloss oder wie wird die Tür geöffnet? Lasst uns die wissenschaftliche Erkenntnis aus dem oben erwähnten Artikel auf den Bibeltext anwenden: Jesus hat offenbar nicht nur ein Wunder an diesem Blinden getan, sondern gleich zwei. Beim ersten Wunder hat Jesus das Funktionieren der Augen wieder hergestellt und beim zweiten hat er diesen Menschen fähig gemacht, die Informationen, die er von seinen geheilten Augen bekommen hat, auch zu interpretieren. Das zweite Wunder ist vielleicht noch grösser als das erste! Somit war Jesus nicht in Selbstzweifel geraten, als er den Blinden fragte "Siehst du etwas?", sondern er stellte wie ein Arzt eine Diagnose. Die Augen waren geheilt, aber es genügte nicht, um die vollkommene Sicht dieses Menschen wieder herzustellen. Jesus verlieh ihm in einem zweiten Wunder die Gabe, sein Sehvermögen richtig zu gebrauchen. Was für ein Wunder! Geistliche Schlüssel sind unabdingbar zum richtigen Verständnis der Schrift. Sie helfen uns, Gott immer besser zu erkennen und das Gute vom Bösen zu unterscheiden. Einen Christen, der viel Erfahrung im Glauben hat, erkennt man unter anderem an seinem reichhaltigen geistlichen "Schlüsselbund". Er hat den richtigen Schlüssel, um viele Stellen der Schrift richtig auszulegen. Wenn er seine Schlüssel weitergibt, wird aber sein Schlüsselbund nicht kleiner. Dies ist auch ein Wunder Gottes. Es ist nie zu spät, sich eine Sammlung von geistlichen "Schlüsseln" anzulegen. Wie tue ich das? Lese in der Schrift und bemühe Dich um Verständnis, z.B. indem Du soviel wie möglich von der Belehrung in der Gemeinde mitbekommst! Olivier Cuendet |
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