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| Unser Glaube ist der Sieg! | |
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Es ist das Jahr 51 n.Chr., der Apostel Paulus ist
in der grossen Weltstadt Korinth im Süden Griechenlands angekommen.
Dort lernt er Berufskollegen kennen und arbeitet mit in ihrer
Werkstatt - sie sind Zeltmacher (Apg 18,1-3).
51 war bestimmt ein gutes Jahr für ihre Berufsbranche, denn die Isthmischen Spiele fanden in jenem Jahr statt. Diese Spiele mögen uns weniger bekannt sein als die Olympischen, aber Historiker berichten, dass die Isthmischen Spiele besser besucht waren, da Korinth damals ein beliebtes Reiseziel war. Für die Sportfans, die bis von der Schwarzmeerküste anreisten, wurden Zeltlager aufgestellt. Also hatte Paulus eine gute Gelegenheit, seine Zelte abzusetzen, mit Menschen aus der ganzen hellenistischen Welt über das Reich Gottes zu reden, und auch die Isthmischen Spiele zu besuchen. Ob er selbst den Spielen beigewohnt hatte wissen wir nicht, aber wir können sicher sein, dass er mit den Spielen vertraut war und etwas vom Wettkampf verstand. Als Paulus nachher einen Brief an die Christen in Korinth schrieb, verglich er den Glauben mit einem Wettkampf, um ihnen geistliche Wahrheit zu vermitteln. In 1Kor 9,24-27 nimmt Paulus Bezug auf den Stadionwettlauf und fragt: "Wisst ihr nicht, dass die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber einer den Preis empfängt? Lauft so, dass ihr ihn erlangt!" Heute, bei den olympischen Spielen der Neuzeit, gibt es Gold, Silber und Bronze zu gewinnen, damals aber gab es lediglich den Siegeskranz - 2. und 3. Platz war gleich Niederlage, da es nur einen Sieger geben kann! Nun, auf den ersten Blick könnten wir meinen, dass Paulus uns hier unter Leistungsdruck setzen will. So etwa wie: nur einer wird den Glaubenslauf gewinnen und mit dem ewigen Leben gekrönt sein, also erkämpfe den ersten Platz unter den Gläubigen! Ein solches Verständnis wäre aber weit gefehlt. Paulus schreibt: "Lauft so, dass ihr ihn erlangt!" "Ihr" bezieht sich nicht auf einen, sondern auf alle - die ganze Gemeinde! Wir alle sollten uns unserem Herrn hingeben mit dem gleichen völligen Einsatz eines Wettläufers, der siegen will. Es reicht nicht aus, allein das Stadium zu betreten (sich taufen lassen), und sich dann auf der Rennbahn irgendwie zu bewegen (religiöse Überzeugungen für sich zu halten), sondern wir sollten zielstrebig laufen, um zu siegen (Gott und seine Gemeinde lieben)! Paulus nahm auch Bezug auf die Vorbereitung der Sportler im Vorfeld der Spiele: "Jeder aber, der kämpft, ist enthaltsam in allem." Um überhaupt an den Spielen teilzunehmen, mussten die Athleten damals ein 10-monatiges Training absolvieren. Während dieser Vor-bereitungszeit haben sie sich eines enthaltsamen Lebensstils befleissigt. Sie verzichteten auf alles, was ihrer körperlichen Kondition schaden könnte. "Enthaltsam in allem" für Christen bedeutet, sich Dinge vom Leib zu halten, die mich vom Vertrauen auf Gott abbringen. "Enthaltsam in allem" bedeutet, möglichst wenig Ballast zu binden - Dinge die mich daran hindern, Christus ähnlicher zu werden. Jeder hat seine eigenen Schwachstellen: der eine sollte seine Karrierepläne und Arbeitszeiten gut überdenken; der andere muss aufpassen, nicht in die Spasskultur abzusinken; Besitz ist eine Bürde, die wir gerne tragen, aber irgendwann verträgt sie sich mit dem geistlichen Glaubenslauf nicht mehr! Wenn der Apostel Paulus unser Glaubensleben mit einem Wettlauf vergleicht, geht es ihm nicht darum, Konkurrenzdenken zu schüren oder Werksgerechtigkeit anzutreiben. Jesus Christus hat die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass wir das Ziel erreichen können. Den Sieg hat er für uns errungen und wir dürfen ihn empfangen - durch den Glauben. Entscheidend ist, dass wir den Glauben bis zum Ende unseres Lebens bewahren. Wir dürfen nicht schlapp machen und müde werden, Gottes Willen zu tun. Unser Glaubenslauf ist keine Sprintstrecke, sondern ein Dauerlauf - ein Leben lang! Er ist aber zugleich ein Hindernislauf - die Welt bietet viele Ziele an und zu viele Ziele hindern uns daran, auf Gottes Ziel zu zu steuern. Spürst Du geistliche Kurzatmigkeit? Um Sieger in Christus zu sein, brauchen wir Kondition - geistliche Kondition. Die erwerben wir durch gesunde geistliche Ernährung und gesunde geistliche Bewegung. Ersteres entnehmen wir aus Gottes Wort und Zweites üben wir aneinander in Gottes Familie. Bewundernswert, wessen sich Athleten unterziehen, um zu versuchen, einen vergänglichen Sieg zu gewinnen. Paulus führt uns diesen Vergleich vor Augen, um uns zu ermutigen, in der Rennbahn des Glaubenslauf zu bleiben. Denn unser Sieg wird unvergänglich sein und er ist auf sicher - wenn er uns die Mühe wert ist. David Tarjan |
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