o
o
o
Über Sonne und Steine
o
 

Gott hat die Sonne mit einer unvorstellbaren Leuchtkraft geschaffen. Wissenschafter haben berechnet, dass die Sonne jede Sekunde soviel Energie wie Hundertmilliarden Wasserstoffbomben freigibt. Die 150 Millionen Kilometer, die die Erde von der Sonne trennen, machen diese gewaltige Kraft für die Lebewesen auf der Erde überhaupt geniessbar. Erst auf dieser Distanz können wir das Licht und die Wärme ertragen, die die Sonne Tag für Tag ausstrahlt. Trotz der riesigen Distanz zwischen Erde und Sonne spüren wir grosse Unterschiede in der Sonneneinstrahlung, je nachdem wo wir uns auf der Erde befinden. Es gibt Gegenden, in denen die Sonnenkraft besonders stark ist. Jesus lebte und lehrte in einer solchen Gegend.
 
Jesus beschrieb in einem seiner Gleichnisse die Arbeit eines Sämanns. Die Zuhörer konnten sich gut vorstellen, wie dieser Sämann am Werk war und die Saat ausstreute. Ein Teil dieser Saat fiel auf einen steinigen Boden. Jesus meinte vielleicht, dass eine Art Felsschicht oder grosse Steine knapp unter der Oberfläche lagen. Auf jeden Fall machte er deutlich, dass diese Samen nicht tiefe Erde hatten. Dieser Umstand hatte zuerst eine freudige Auswirkung: Die Samen gingen sogleich auf. Später in der Saison wurde es aber richtig heiss. Die Zuhörer Jesu kannten diese sengende, lähmende, windstille Hitze. Sie konnten gedanklich zusehen, wie die Ähren im steinigen Boden mit der Zeit eingingen. Diese Ähren verbrannten an der Sonne, weil sie keine tiefen Wurzeln hatten. Aus diesen Samen war nichts geworden.
 
Die Zuhörer Jesu konnten den geistlichen Sinn des Gleichnisses nicht erfassen. Die Jünger erhielten aber später eine Erklärung im kleinen Kreis. Das Verbrennen der Ähren an der Sonne bezieht sich auf Menschen, die im Glauben nicht beständig sind: "Bei dem aber auf das Steinige gesät ist, dieser ist es, der das Wort hört und es sogleich mit Freuden aufnimmt; er hat aber keine Wurzel in sich, sondern ist nur <ein Mensch> des Augenblicks; und wenn Bedrängnis entsteht oder Verfolgung um des Wortes willen, nimmt er sogleich Anstoss." (Mat. 13,20-21)
 
Die Ähren können sich der Glut der Sonne nicht entziehen. Es ist auch gut so. Die Kraft der Sonne dient nämlich ihrem Wachstum. Ohne Sonne würden sie keine Frucht hervorbringen. Dies gilt gleichermassen auch für uns Christen: Bedrängnis und Verfolgungen um des Wortes willen bewirken ein geistliches Wachstum. Daraus entsteht eine geistliche Frucht zur Ehre Gottes. Im Unterschied zu den Ähren hätten wir die Möglichkeit, der Glut der Sonne auszuweichen. Wollen wir aber fruchtlos sein? Nein. Deswegen sollen wir nach dem Vorbild Jesu die Prüfungen annehmen, die auf uns zukommen.
 
Die Ähren im steinigen Boden konnten gar keine tiefen Wurzeln schlagen, weil der Boden eben steinig war. Jesus braucht in diesem Gleichnis den Samen als Bild für das Wort Gottes und den Boden als Bild für das Herz eines Menschen (Mat. 13,19). Die Herzen gewisser Menschen sind steinig. Es sind Herzen voller Hindernisse, die ein gesundes Wachstum der Wurzeln nicht zulassen. Zwar haben sich diese Menschen zu Christus bekehrt. Aber wenn Bedrängnisse und Verfolgungen um des Wortes willen kommen, fehlen die Wurzeln und diese Menschen fallen vom Glauben ab. Es ist zu spät, um etwas zu ändern. Auch wenn die Steine in ihrem Herzen beseitigt werden könnten, bräuchten die Wurzeln Zeit um zu wachsen. Was sind denn diese "Steine" im Herzen eines Menschen? Es sind Teile des Herzens, die dem Wirken des Wortes verschlossen sind. Ganze Bereiche des Lebens, zu denen Gott nicht zugelassen wird. Je grösser und zahlreicher die Steine, desto grösser die Gefahr, dass die Wurzeln sich nicht entfalten können.
 
Die Beschaffenheit eines Bodens unter der Oberfläche ist nicht sofort erkennbar. Gleicherweise können wir ins Herz eines Menschen nicht hineinblicken. Deswegen machen wir uns manchmal ein falsches Bild über das Herz eines Menschen. Jesus will uns durch dieses Gleichnis warnen. Die Beschaffenheit eines Herzens wird erst mit der Zeit und durch die Bedrängnisse und Verfolgungen um des Wortes willen offenbar. Ein einziger grosser "Stein", der keinem Aussenstehenden sichtbar ist, kann verursachen, dass ein Mensch im Glauben nicht bestehen kann.
 
Irgendwann kommt die Zeit der Ernte, am Ende der Zeit. Der Sämann im Gleichnis Jesu hatte auch Samen in die gute Erde gestreut: "Bei dem aber auf die gute Erde gesät ist, dieser ist es, der das Wort hört und versteht, der wirklich Frucht bringt; und der eine trägt hundert-, der andere sechzig-, der andere dreißig-fach" (Mat. 13,23) Dies wollen wir als Christen anstreben, zur Ehre Gottes, der das Wachstum und die Frucht schenkt! Lasst uns dafür beten, dass keine grossen Steine in unserem Herzen die Entfaltung der Wurzeln des Wortes in uns verhindern!
 
 
Olivier Cuendet
 

 


Aktuell  |  Was ist die Gemeinde?  ]
Telepredigt  |  Artikel  |  Links  ]
Besuchen Sie uns  |  E-Mail  |  Willkommen  ]
 
G  e  m  e  i  n  d  e       C  h  r  i  s  t  i       Z  ü  r  i  c  h