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| Umziehen | |
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Am 5. Juni bin ich in eine neue Wohnung eingezogen.
Viele haben mir geholfen und ich möchte ihnen dafür
herzlich danken. Im nachhinein kann ich behaupten, dass dieser
Umzug reibungslos über die Bühne gegangen ist. Denken
wir nur an eine Sache, die wir oft für selbstverständlich
halten, aber doch ein Vorrecht ist: Alles, was mir wichtig war,
durfte ich in die neue Wohnung mitnehmen. Ich frage mich dennoch:
Wie einfach hätte ich mich von allen diesen Sachen trennen
können, wenn es nötig gewesen wäre?
Im Alten Testament lesen wir von einer Familie, die praktisch alles hinter sich lassen musste. Es ist die Familie Lots. Lot war ein Bürger der Stadt Sodom am Toten Meer (als das Gebiet des Toten Meeres vor 3800 oder 3900 Jahren noch fruchtbar war). Er hatte eine Frau und zwei Töchter, die verlobt waren. Lot war ein gerechter Mann. Der moralische Zustand in Sodom war schlimm und das bedrückte ihn sehr (2. Petr. 2,7-8). An einem Abend nahm Lot zwei Gäste in sein Haus auf. Es waren zwei Engel. Nachdem die Bewohner von Sodom am selben Abend eine Schandtat an diesen Besuchern planten (sie wurden aber verhindert), teilten die Engel Lot mit, dass Gott die Stadt vernichten würde. Lot versuchte noch am selben Abend, seine zukünftigen Schwiegersöhne zu überzeugen, dass sie Sodom mit ihm verlassen sollen. Aber sie meinten es war ein Scherz. "Und sobald die Morgenröte aufging, drängten die Engel Lot zur Eile und sagten: Mache dich auf, nimm deine Frau und deine beiden Töchter, die hier sind, damit du nicht weggerafft wirst durch die Schuld der Stadt! Als er aber zögerte, ergriffen die Männer seine Hand und die Hand seiner Frau und die Hand seiner beiden Töchter, weil der HERR ihn verschonen wollte, und führten ihn hinaus und liessen ihn ausserhalb der Stadt. Und es geschah, als sie sie ins Freie hinausgeführt hatten, da sprach er: Rette dich, <es geht> um dein Leben! Sieh nicht hinter dich, und bleib nicht stehen in der ganzen Ebene <des Jordan>; rette dich auf das Gebirge, damit du nicht weggerafft wirst! Da sagte Lot zu ihnen: Ach, nein, Herr! Siehe doch, dein Knecht hat Gunst gefunden in deinen Augen, und du hast deine Gnade, die du an mir erwiesen hast, gross gemacht, meine Seele am Leben zu erhalten. Aber ich kann mich nicht auf das Gebirge retten, es könnte das Unheil mich ereilen, dass ich sterbe. Siehe doch, diese Stadt da ist nahe, dahin zu fliehen, sie ist ja <nur> klein; ich könnte mich doch dahin retten - ist sie nicht klein ? -, damit meine Seele am Leben bleibt. Da sprach er zu ihm: Siehe, auch darin habe ich Rücksicht auf dich genommen, dass ich die Stadt nicht umkehre, von der du geredet hast. Schnell, rette dich dorthin! Denn ich kann nichts tun, bis du dorthin gekommen bist. Daher nennt man die Stadt Zoar. Die Sonne ging über der Erde auf, als Lot nach Zoar kam. Da liess der HERR auf Sodom und auf Gomorra Schwefel und Feuer regnen von dem HERRN aus dem Himmel und kehrte diese Städte um und die ganze Ebene <des Jordan> und alle Bewohner der Städte und das Gewächs des Erdbodens. Aber seine Frau sah sich hinter ihm um; da wurde sie zu einer Salzsäule. (1. Mose 19,15-26) Lot, seine Frau und seine beiden Töchter konnten nicht viel Gepäck mitnehmen. Ihr schönes Stadthaus mit seinen Annehmlichkeiten mussten sie innerhalb von wenigen Stunden verlassen. Sie wussten nicht einmal, wohin sie gehen sollten. Keine neue Wohnung wartete auf sie. Lot und seine Frau reagierten unterschiedlich. Lot hatte noch am Tag vor ihrer Flucht versucht, seine zukünftigen Schwiegersöhne zu retten. Als die Familie schon auf der Flucht war, fand er einen Weg, das Leben der Einwohner von Zoar zu retten. Er schaute nach vorne. Dabei dachte er nicht an den Aufbau seiner neuen Existenz, sondern an die Menschen, die in Gefahr waren. Sogar in diesen schwierigen Umständen ging seine Barmherzigkeit nicht verloren. Dagegen fiel es seiner Frau schwer aus Sodom zu gehen. Es wird uns nicht gesagt, wie sie sich auf das Verlassen Sodoms vorbereitete. Hat sie möglichst viel eingepackt? Hat sie weinend von ihrem Besitz Abschied genommen? Zwar schloss sie sich ihrem Mann auf der Flucht von Sodom an, aber in ihren Gedanken trauerte sie dem alten Leben nach und drehte sich um. Diese Bewegung verrät ihre innere Haltung. Sie hatte sich vom alten Leben in Sodom nicht trennen können und wurde zu einer Salzsäule. Diese Geschichte ist eine Mahnung an uns. Aus Sodom zu entfliehen ist eine Sache. Aber das Leben bis ans Ziel zu bewahren ist eine andere Sache. Jesus warnt, dass ein Tag kommt, an dem seine Jünger bereit sein sollen, in Eile und ohne irdisches Gepäck auszuziehen. Dieser Tag kommt ohne Anmeldung, wie ein Dieb in der Nacht. Es ist der Tag der Wiederkunft Jesu. An diesem Tag müssen wir nach vorne schauen, auf Jesus hin, und nicht zurück auf die irdischen Dinge, die hinter uns bleiben müssen. "Gedenkt an Lots Frau! sagt Jesus (Lk. 17,32). Werden wir bereit sein, ohne Gepäck dem Herrn entgegen auszuziehen? Ich möchte jederzeit diese Bereitschaft haben! Olivier Cuendet |
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