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Wachstum macht Freude!
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Nach der Winterruhe erwacht die Natur wieder zu neuem Leben. Überall beginnt es zusprossen und zu blühen. Die Wälder und Wiesen werden saftig grün. Es wird gesät und gepflanzt. Die Bauern haben Hochbetrieb, die Gärten sindbevölkert. Es ist Frühling, Zeit des Wachstums. Eine alte Regel sagt: was das Gras imHerbst in einer Woche wächst, wächst es im Frühling in einem Tag!
 
Wachstum ist schön zu sehen. Vor einigen Wochen habe ich eine Zimmerpflanze (mit Namen Scindapsus oder Goldranke, liess ich mir sagen)neu angezogen. Ich erhielt sie geschenkt zum Wohnungseinzug vor gut 12 Jahren. So alle paarJahre, wenn sie zu lang geworden ist und die Blätter immer mehr abfallen, schneide ich ein gesundes Stück Stengel mit Blatt davon weg undziehe es neu an. Es ist immer wieder spannend zu sehen, wie sich dann ganz langsam neue Wurzelnzu bilden beginnen. Wachstum macht Freude!
 
Auch in der Bibel finden wir viel über Wachstum. Im Markusevangelium Kapitel 4 lesen wirgerade drei Gleichnisse hintereinander über das Wachstum: das Gleichnis vom Sämann, das Gleichnis vom Aufwachsen der Saat und das Gleichnis vom Senfkorn. Im ersten Gleichnis,so scheint mir, liegt die Betonung vor allem auf den Wachstumsbedingungen. Welcher Boden undwelche Bedingungen sind schlecht für ein Wachstum, welche sind gut. Im zweiten Gleichnis liegt die Betonung eher auf demWachstumsverlauf: vom Samen bis zur Frucht. Und in der dritten Bildrede spricht Jesus von derenormen Kraft und Grösse des Wachstums.
 
Wenden wir uns nun etwas genauer dem zweiten Gleichnis zu: Markus 4,26-29: "Und er sprach: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch den Samen in die Erdewirft und schläft und aufsteht Nacht und Tag, und der Same sprosst und wird gross, er weiss selbst nicht wie. Von selbst bringt die ErdeFrucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann den vollen Weizen in der Ähre. Wenn aber dieFrucht es zulässt, legt er alsbald die Sichel an; denn die Ernte ist da.”
 
Ein Bauer bestellt sein Feld und sät das Korn, den Weizen an. Der Samesprosst und beginnt zu wachsen. Der Bauer geht seiner täglichen Arbeit nach. Der Weizenwächst. Tag für Tag, die Zeit vergeht. Der Weizen wächst. Das Wachstum ist ein Wunder! Wie geschieht es? Die heutige Wissenschaft hat vielesherausgefunden. Die kompliziertesten Vorgänge im Innern des Samenkorns und den Pflanzenzellen wurden erforscht, einiges bleibt jedochoffen. Wie geschieht Wachstum? Der Vers 28 gibt uns eine interessante und ebenso kurze Anwort:Von selbst! "Von selbst bringt die Erde Frucht,...”! Nun gut, doch diese Antwort, so scheint es wenigstens auf den ersten Blick,bringt uns auch nicht weiter. Was ist denn gemeint mit "von selbst”? Der griechischeAusdruck dafür im Urtext lautet: autómatos. Daher kommt unser Wort automatisch. Autómatos lässtsich auch übersetzen mit: aus eigenem Antrieb, freiwillig. Man könnte also sagen, Wachstum geschieht aus eigenem Antrieb, freiwillig. Und das bringt uns auf eineneue Spur. Denn überall dort, wo etwas aus eigenem Antrieb geschieht, muss irgendwo einAntrieb, eine Kraft vorhanden sein und überall dort wo etwas freiwillig geschieht, muss irgendwo ein Wille sein. Hinter dem Wachstumsteckt also eine bestimmte Kraft und ein bewusster und freier Wille.
 
Im 1. Korintherbrief Kapitel 3 lesen wir auch vom Wachstum. Im Zusammenhang tadelt Paulusdie Geschwister dort, weil sie zum Teil Apollos und ihn gegeneinander ausspielten. Im Vers 5 schreibt er dann: "Was ist nun Apollos? Was aber ist Paulus? Diener, durch die ihr gläubig geworden seid, und zwar so, wie es der Herr einem jedenverliehen hat. Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber hat das Wachstumgegeben.”(Elberfelder Übersetzung)
 
Ein Bauer kann vieles tun, um Wachstum zu fördern: Vorbereitung des Bodens,sorgfältige Saat, anwalzen, evtl. bewässern, düngen usw. Schlussendlich entscheidet aber nicht er, ob es gelingen darf. Das Wachstum ist einGeschenk von Gott. ER gibt das Wachstum oder gibt es nicht. Und so ist es auch im Reiche Gottes. In wenigen Wochen beginnt unsere Missionsreihe mit Jack McKinney. Wir könnenvieles tun: Menschen ansprechen, Einladungen verteilen, Gäste betreuen usw. Und etwas ganzwichtiges noch: wir können beten! Gott bitten, dass er den Samen in den Herzen aufgehen lasse.
 
Wachstum kann man nicht fordern, aber man kann darum bitten. Wachstum geschieht freiwillig. Esist Gottes freier Wille. Aber wenn dann Wachstum geschieht, so ist das etwas Schönes zu sehen.Wir dürfen wissen: Unser himmlischer Vater hat das gewollt! Er hat ja gesagt, nicht weil er musste, sondern freiwillig. Wachstum macht Freude!
 
 
Hansueli Nebiker
 

 


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