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Er wandelte mit Gott
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Plötzlich war sie da, diese Ohnmacht, dieser Mangel an Mut, diese Hilflosigkeit. Nur wenige Stunden zuvor hatte er versichert: Herr, ich bin bereit, mit dir sogar ins Gefängnis und in den Tod zu gehen. Der Herr sprach zu ihm: Ich sage dir, Petrus: Der Hahn wird heute nicht krähen, bis du dreimal geleugnet hast, mich zu kennen.
 
Im Hof des Hohenpriesters Kajaphas brannte das Feuer, aber in den Herzen derer, die darum standen, konnte es nicht warm werden. Die Liebe, die Jesus seinem Volk erwiesen hatte, hatte bei ihnen keinen Zugang gefunden.
 
Jetzt, wo man ihn ergriffen hatte, um ihm den Prozess zu machen, war keine günstige Zeit, sich zu ihm zu bekennen. Das brachte kein Ansehen ein bei den Leuten. Im Gegenteil, der gute Ruf stand auf dem Spiel. Wer sich auf die Seite des Nazoräers stellte, der musste mit Spott und Ablehnung rechnen.
 
Damals war es anders, als Jesus die Brote vermehrte für die 5000. Da war es ein erhabenes Gefühl an seiner Seite zu stehen, zu zeigen, dass man zu ihm gehört.
 
Oder als er die vielen Kranken ohne Entgelt heilte, da war es leicht, sich zu ihm zu bekennen. Oder als er Lazarus von den Toten auferweckte, das war beeindruckend, da liess man sich gerne mit ihm sehen.
 
Aber jetzt war die Schwachheit wieder da, vor der Jesus gewarnt hatte. Er hatte nämlich gesagt: Wachet und betet, dass ihr nicht in Versuchung kommt! Der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber ist schwach.
 
Auch Jesus war von dem schwachen Fleisch nicht befreit. Er, der Sohn Gottes kam aus dem Himmel, um in dem schwachen Fleisch zu leben, in einem menschlichen Leib. Und doch war sein Leben so kraftvoll. Aus seinen Predigten spürte man eine Vollmacht. Sein Umgang mit den Menschen war liebevoll, sein Leben ohne Falsch.
 
Wie wurde er mit dem schwachen Fleisch fertig? Wie schaffte er es den Anfechtungen zu begegnen und zum Wohl seiner Mitmenschen zu leben? Ohne Kampf ging es auch bei ihm nicht, das wurde besonders deutlich in der Nacht der Entscheidung. Als es darum ging, den Tod am Kreuz anzunehmen, für die Errettung der Welt.
 
Jesus geriet in einen angstvollen Kampf um unsertwillen. Er sagte zu seinen Jüngern: Meine Seele ist zu Tode bekümmert; bleibt hier und wacht mit mir! Jesus rang und kämpfte im Gebet, um sich dem Willen des himmlischen Vaters zu fügen.
 
Aber seine Jünger standen ihm nicht bei. Sie liessen sich vom Schlaf überwältigen, und Jesus fragte sie: So wenig vermochtet ihr eine Stunde mit mir zu wachen? Es war bei dieser Gelegenheit, dass Jesus vor dem schwachen Fleisch warnte, seine Jünger ermahnte: Wachet und betet!
 
Wie hat Jesus das alles durchgestanden, wie hat er es fertiggebracht, ohne Sünde zu leben, wie konnte er sein Leben geben als Opfer für die Ungerechten, die Feinde Gottes? Kein Wunder, er wandelte mit Gott.
 
Wie oft sind wir so machtlos gegenüber dem Hass, der Selbstsucht, der Ungeduld in unserem eigenen Herzen. Wieviel Unheil wird angerichtet durch Lüge, Falschheit, Stolz und Zorn.
 
Unsere Machtlosigkeit wird besonders deutlich im Vergleich zum Leben Jesu. Wir kennen unsere Schwachheiten, wir ärgern uns auch oft selbst darüber. Natürlich erwarten wir auch Verständnis dafür.
 
Wer wird wohl mehr Verständnis haben für uns, als der, der sich für unsere Sünden geopfert hat, damit wir erlöst werden können?
 
Der Hebräer Schreiber sagt in seinem Brief (Heb. 4, 14-16): "Da wir nun einen grossen Hohenpriester haben, der durch die Himmel hindurchgegangen ist, Jesus, den Sohn Gottes, so lasset uns am Bekenntnis festhalten! Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der mit unsern Schwachheiten nicht Mitgefühl haben könnte, vielmehr einen, der in allem auf gleiche Weise versucht worden ist ohne Sünde. So lasset uns nun mit Zuversicht zum Thron der Gnade hinzugehen, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe!”
 
Was suchen wir eine Entschuldigung für unsere Schwachheiten oder wollen wir lernen unsere Sünde zu überwinden? Wir werden es alleine nicht schaffen. Aber wir finden Gnade bei Gott, wenn wir seinem Sohn vertrauen und ihm gehorsam werden. Dann werden andere eines Tages von uns denken, wie schafft der das nur? Wir wissen die Antwort: Kein Wunder, der wandelt mit Gott.
 
 
Wolfram Schrader
 

 


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