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"Du bist ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks" (Ps. 100.4)
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Im ersten Buch Mose, im 14. Kapitel Vers 13-24 lesen wir davon, wie Abraham seinen Neffen Lot aus der Gefangenschaft befreit hat und wie ihm nun nach seinem Sieg zwei Könige entgegen kamen. Einer vonihnen war Melchisedek, der König von Salem. Er trug Brot und Wein heraus, segnete Abraham und sprach zu ihm: "Gesegnet seihst duAbraham vom höchsten Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat; und gelobt sei Gott der Höchste, derdeine Feinde in deine Hand gegeben hat."
 
Der andere König, der ihm entgegen kam, war König von Sodom. Dieser sagte zu Abraham: "Gib mirmeine Leute, und die Güter behalte für dich!" Abraham antwortete ihm; Ich hebe meine Hand auf zu dem Herrn, der Himmel und Erde geschaffen hat, dass ichvon allem, was dir gehört, nicht einen Faden und Schuhriemen nehmen will, damit du nicht sagen kannst, duhabest Abraham reich gemacht.
 
Beide Könige haben für uns eine gleichnishafte Bedeutung. Der eine war der König des Lichts,der Abraham entgegenkam, um ihn mit allen geistigen Gütern reich zu machen. Während der König von Sodom der Herrscher der Finsternis gewesen war, denn die Stadt Sodom wird uns in der Schrift anmehreren Stellen als eine Stätte der Sünde genannt. Dieser König von Sodom kam Abraham entgegen undwollte ihn mit den Dingen dieser Welt reich machen. Abraham aber widerstand dieser Versuchung und nahm von ihm nichts an, ausser den Dingen, dieseine Knechte gebraucht hatten. Er wollte nicht, dass sich der Böse rühmen könnte, dass er Abraham reich gemacht habe. Dieser Versuchung, durch den König dieser Welt reich zu werden,konnte Abraham deshalb entgegentreten, weil er vorher von dem König der Gerechtigkeit und des Friedensgesegnet worden war.
 
Im neuen Testament lesen wir im Brief an die Hebräer über diesen Melchisedek, dass er einGleichnis auf unseren Herrn Jesus Christus ist. Auch Jesus Christus ist als ein königlicher Priester in unser Leben gekommen und hat uns mit allen geistlichen Gütern gesegnet. So wieMelchisedek damals herausging und Abraham segnete, indem er ihm Brot und Wein herausbrachte, so kommt auch unser Herr an jedem ersten Tag der Woche zu uns, um uns im Herrenmahl mit Brotund Wein zu segnen. Und so, wie Abraham ihm darauf den Zehnten gegeben und dem König dadurch seineDankbarkeit gezeigt hat, so möchte Jesus auch, dass wir ihm unsere Dankbarkeit zeigen und ihm das geben, was wir uns im Herzen vorgenommenhaben. Wir brauchen diesen Segen unseres priesterlichen Königs immer wieder, um den Versuchungen desKönigs dieser Welt widerstehen zu können. Auch der Böse möchte uns Gaben geben, aber er verlangt etwas dafür. Er gibt den Menschenseinen Reichtum nicht weil er sie liebt, sondern weil er Gott seinen Ruhm streitig machen will. Er möchte der ganzen Kreatur zeigen, dass er derjenige ist, von dem wir allen Reichtum bekommen.
 
Auch der König des himmlischen Jerusalems möchte, dass wir ihm ganz gehören. Er fordert abernicht unsere Seelen als Gegengabe für das, was er uns schenken will, sondern nur Dankbarkeit und dass wir uns ihm als ein freiwilliges Opferhingeben, das Gott gefällt. Er will dieses Opfer aber nur deshalb, um uns noch mehr segnen zu können. Er verlangt es aber nicht in einem blinden Gehorsam, sondern er hat uns selbst ein Beispiel dafürgegeben, dass er nichts von uns will, was er nicht auch selbst bereit war zu geben. Er hat uns sein Lebengeschenkt, indem er es für uns dahingegeben hat. Der König der Finsternis fordert die Seelen der Menschen, aber er will denMenschen nicht sein eigenes Leben schenken, weil er selbst kein Leben hat, das er verschenken könnte.
 
 
Udo Herbst
 

 


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