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Wie ein Mensch sterben soll.
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Der Irak ist seit längerer Zeit ein Schauplatz des Leidens und der Grausamkeit geworden. Ein Beispiel dafür ist die Geiselnahme vier italienischer Zivilisten durch gesetzlose irakische Aufständische. Sie machten ihre Drohung wahr und erschossen einen der Geiseln vor laufender Kamera. Die letzten Worte des Opfers vor dem Genickschuss waren: "Ich zeige euch, wie ein Italiener stirbt.”
 
Er starb mutig und tapfer. Er starb tragisch und sinnlos.
 
"Es waren aber einige Griechen unter denen, die hinaufkamen, um auf dem Fest anzubeten. Diese nun kamen zu Philippus von Betsaida in Galiläa und baten ihn und sagten: Herr, wir möchten Jesus sehen. Philippus kommt und sagt es Andreas, es kommt Andreas und Philippus, und sie sagen es Jesus. Jesus aber antwortet ihnen und spricht: Die Stunde ist gekommen, daß der Sohn des Menschen verherrlicht werde. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht. Wer sein Leben liebt, verliert es; und wer sein Leben in dieser Welt haßt, wird es zum ewigen Leben bewahren.” (Jo 12,20-25)
 
Einige Griechen haben die lange Reise nach Jerusalem hinter sich gelegt und möchten nun Jesus sehen. Die Griechen waren bekannt für ihre Philosophie. Sie waren sehr interessiert am Sinn des Lebens, an der idealen Lebensweise: wie soll einer sein Leben gestalten; es so einrichten, dass es gut, sinnvoll und schön ist? Diese Griechen hatten vermutlich von Jesu Wundertaten und von seinen Worten gehört. Sie hätten wohl gerne mit ihm über Lebensweisheit diskutiert.
 
Jesu Antwort auf ihre Bitte ist überraschend: "Die Stunde ist gekommen, daß der Sohn des Menschen verherrlicht werde.” - oder anders gesagt "ich zeige euch, wie ich sterbe.”
 
Die Stunde seiner Verherrlichung wird sein Tod sein. Am Kreuz wird die Herrlichkeit Jesu am deutlichsten zu erkennen sein. Nicht das physische Leiden - das war nicht herrlich, sondern satanisch. Die Herrlichkeit Jesu war Gnade und Wahrheit (Jo 1,14). Am Kreuz schien seine Wahrheit und Gnade am hellsten. Wir müssen verstehen, dass Jesus der Kreuzigung hätte ausweichen können. Er liess sich hinrichten aus Liebe zu seinem Vater im Himmel. Gott will uns die Wahrheit über die Sünde und deren Lohn klar machen. Er will, dass wir von seiner Gnade ergriffen sind - sein Sohn nimmt unsere Strafe auf sich.
 
Der Höhepunkt des Leben Jesu war, für die Menschheit zu sterben. Deswegen ist sein Tod gleichsam seine Verherrlichung. Jesus vergleicht sich mit einem Weizenkorn, das sterben muss, damit es nicht allein bleibt, sondern viel Frucht bringt. Die Menschen, die ihm folgen, sind seine Frucht, und auch sie sollten sterben, um zu leben:
 
"Wer sein Leben liebt, verliert es; und wer sein Leben in dieser Welt haßt, wird es zum ewigen Leben bewahren.”
 
Dein Leben lieben bedeutet, dich selbst als das Wichtigste zu sehen. Dich selbst - dein Ehrgeiz, deine Meinung, deine Empfindung, dein Bedürfnis als Mass aller Dinge zu setzen. So werden wir vom "Fürst dieser Welt” (Jo 12,31) programmiert, in der Sünde zu leben. Am Schluss hat dieser grausame Fürst unser Leben zerstört - wir bleiben allein. Jesus verspricht uns ewiges Leben, wenn wir die Lebensart dieser Welt hassen und ihm folgen.
 
Im 1.Mose 2 lesen wir, wie Gott den Menschen zu einer lebendigen Seele schuf und in jenem Kapitel wird das Leben des Menschen dargestellt, als eine Summe verschiedener Beziehungen: die Beziehung zu Gott, zur Umwelt und Arbeit, und die Beziehung zu anderen Menschen. Es sind diese Beziehungen, die das Leben reich, sinnvoll und schön machen.
 
Sünde zerstört all diese Beziehungen. Die sterbende Gesellschaft, die wir heute erfahren, leidet zu einem grossen Teil unter Beziehungslosigkeit. Jedes Weizenkorn ist allein. Es will zwar nicht allein sein, aber es will auch nicht sterben; es will sich selbst verwirklichen. Und so bleibt jedes allein.
 
Der Tod ist dann die absolute Beziehungslosigkeit. Die Hölle, vor der Jesus uns warnt, wird die absolute, vollkommene Vereinsamung in äusserster Finsternis sein.
 
Die Verherrlichung Jesu ist unsere Rettung. Er starb gedemütigt, aber mit Demut. Sein Tod war nicht sinnlos, sondern hoffnungsvoll. Er starb, um unsere gebrochene Beziehungen zu heilen und uns vor Tod und Hölle zu bewahren. Wollen wir leben, müssen wir sterben wie Jesus - in demütigem Vertrauen auf die Herrlichkeit Gottes:
 
"So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in Neuheit des Lebens wandeln.” (Ro 6,4)
 
 
David Tarjan
 

 


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