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Das ganz normal Alltägliche
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Es war am späteren Nachmittag. John kam soeben von der Arbeit nach Hause. Heute war ein guter Tag. Sein Chef war sehr zufrieden gewesen. Das Projekt konnte rechtzeitig abgeschlossen werden. John war erleichtert. Endlich hatte er wieder einmal früh Feierabend. Er freute sich auf seine Familie.
 
Komisch, dachte John, das Gartentor war weit offen, die Tageszeitung lag zerstreut vor dem Briefkasten. Heute hat es doch nicht gestürmt, oder? "Ah, hallo Kinder, aber was ....." Lisa (3 Jahre) und Robert (5 ½ Jahre) waren noch in ihren Pyjamas und spielten im Garten, genauer gesagt, auf dem Komposthaufen! Ihr Spielzeug bestand unter anderem aus leeren Spaghetti-Schachteln, der Inhalt lag zerstreut auf der Eingangstreppe.
 
Im Haus war noch das grössere Chaos anzutreffen. Die riesige Ständerlampe war umgeworfen. Der Fernseher lief in voller Lautstärke auf irgend einem Trickfilm-Kanal, der Boden übersät mit Spielsachen und den verschiedensten Kleidungsstücken.
 
In der Küche stand der Abwaschtrog unter Hochwasser, das schmutzige Geschirr daneben. Frühstücksreste lagen verstreut auf dem Tisch, darunter der Hundefressnapf, umgekippt. Ein zerbrochenes Glas lag in der Ecke und eine Spur von Orangensaft führte zum Kühlschrank.
 
Was ist denn da los? Schnell rannte John die Treppe hoch, hinweg über weitere Spielsachen und Haufen von Kleidern. Ist etwa seiner Frau etwas passiert? Da muss irgend etwas schreckliches vorgefallen sein.
 
John öffnet die Schlafzimmertür..... Seine Frau Lisa sass gemütlich im Bett, noch im Nachthemd, die Haare im Lockenwickler, in den Händen ein Buch. "Oh, hallo Schatz", tönt es ihm freundlich entgegen, "wie war dein Tag?"
 
"Was in aller Welt ist dann hier passiert," fragt der sichtlich verwirrte Ehemann. Lisa lächelt wieder und sagt ganz ruhig: "Weisst du John, du kommst jeden Abend nach Hause und fragst mich, was ich denn heute wieder getan hätte." "Ja und, was ist daran nicht gut," war die etwas ungeduldige Anwort.
 
"Siehst du John, heute habe ich es nicht getan!"
 
(nach einer Geschichte
 
von Alan Smith)


 
Was können wir von dieser kurzen Geschichte lernen? Wie schnell ist es doch passiert, dass die vielen alltäglichen Dinge, die uns von Gott und unsern Mitmenschen geschenkt werden, plötzlich wie selbstverständlich werden. Ich sehe das am besten an mir selber. Wie oft bin ich so beschäftigt mit meinen eigenen Zielen und Vorstellungen, dass ich die unzähligen täglichen Segnungen meines Vaters im Himmel gar nicht wahrnehme, geschweige denn, ihm dafür danke. Ich wage mir kaum vorzustellen, was geschehen würde, wenn Gott mir eines Morgens sagen würde: "Heute werde ich es einmal nicht tun!"
 
Gott beschenkt uns Menschen gerne, sehr gerne. Und er erwartet in keiner Weise, dass wir ihm das irgendwie zurückzahlen, ja, wir können das gar nicht. Aber etwas freut unsern himmlischen Vater ganz besonders: wenn wir ihm danken!
 
 
Hansueli Nebiker