o
o
o
An der Quelle
o
 

Ja, es muss sich irgendwo in der Wüste abgespielt haben. Der Name des Ortes ist unwichtig.
 
Da war also diese Gruppe von Menschen, welche tatsächlich das kostbare Nass inmitten der Trockenheit der öden Landschaft gefunden hatte. Zwischen Felsen, Sand und Nichts haben sie es entdeckt.
 
Sie sassen im Kreis um die Quelle und betrachteten die köstliche Klarheit des Wassers. Was für ein Fund! Einmal pro Woche trafen sie sich immer am gleichen Ort, um sich an der Schönheit ihrer Quelle zu erfreuen. Bei dieser Gelegenheit durfte jedes Mitglied der Quellenbesitzer ein halbes Glas des kostbaren Nasses zu sich nehmen. Wie gut hatten sie es doch!
 
Bei einem Treffen dieser Art machte eines der Mitglieder einen Vorschlag. Vielleicht könnte man in Zukunft anstelle der runden Gläser die aus buntem Plastik geformten Trinkgefässe verwenden!? Diese Idee liess vielen keine Ruhe. Heftige Diskussionen und unermüdliche Debatten waren die Folge. Ein paar vergassen sogar die Bedeutung des Wassers in ihrer Art des Argumentierens. Einige der ältern Mitglieder beriefen sich auf ihre Erfahrung und die Jüngeren wollten endlich etwas Neues. Die Treffen dauerten manchmal bis spät in die Nacht.
 
Die Leute waren derart mit Problemen dieser Art beschäftigt, dass ihnen völlig entging, dass draussen in der Wüste schrille Hilfeschreie zu hören waren. Es war bekannt, dass auch andere solche Quellen besassen, aber natürlich war allen klar, dass niemand dieselbe Reinheit des Wassers und vor allem die gleich perfekte Organisation der Treffen aufweisen konnte.
 
Ein Ereignis fuhr aber allen in die Knochen. Es war an einem Abend der Zusammenkunft, als plötzlich ein Fremder ausgemergelt, nahezu verdurstet mit letzter Kraft in den Kreis der Freunde torkelte. Er hatte so lange nach Wasser gesucht, und niemand hatte ihn gehört oder gesehen, als er immer wieder im Kreis lief und so ans Ende seiner Kräfte kam. Zwei der Quellenbesitzer erschraken noch mehr als die anderen: sie erkannten, dass es ein Nachbar, respektive ein guter Arbeitskollege war. Wieso nur hatten sie im Alltag seinen Durst nicht erkannt? Nun lag er da, am Ende seiner Kräfte - beinahe tot...
 
Eigentlich war es allen Anwesenden und natürlich auch denen, welche an der Zusammenkunft nur sporadisch teilnahmen klar, dass ohne das Wasser ein Überleben unmöglich war und die eigene Existenz heute sowie auch in der Zukunft davon abhing. Aber die Dringlichkeit dieser Tatsache war irgendwie in den Hintergrund gedrängt worden. Glücklicherweise konnte der überraschende "Gast" gerettet werden, denn das Wasser bewirkte auch Wunder bei ihm. Zu sagen ist, dass dieser bereits nach wenigen Jahren zu einem Quellenmitglied wurde, welches für viele ein Vorbild war. Die Art und Weise, wie er das Wasser an die Durstigen, welche nun zur Quelle kamen austeilte, war geprägt von der eigenen einst bitteren Durst-Erfahrung... viel Liebe und Hingabe prägten sein Handeln.
 
Eine andere Geschichte (Joh. 4) berichtet auch von einer Quelle, der "Quelle Jakobs". Jesus, setzte sich dort müde nach einer Reise zur Ruhe.
 
Eine Frau aus Samaria kommt dazu um Wasser zu schöpfen. Die samaritische Frau spricht nun zu ihm: Wie bittest du, der du ein Jude bist, von mir zu trinken, die ich eine samaritische Frau bin? - Denn die Juden verkehren nicht mit den Samaritern. Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du die Gabe Gottes kenntest und wüßtest, wer es ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken! so hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.
 
Die Frau spricht zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief. Woher hast du denn das lebendige Wasser? Du bist doch nicht größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gab, und er selbst trank daraus und seine Söhne und sein Vieh?
 
Jesus antwortete und sprach zu ihr: Jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten; wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm geben werde, den wird nicht dürsten in Ewigkeit; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das ins ewige Leben quillt. Die Frau spricht zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit mich nicht dürste und ich nicht hierher komme, um zu schöpfen.
 
Die Frau spricht zu ihm: Ich weiß, daß der Messias kommt, der Christus genannt wird; wenn jener kommt, wird er uns alles verkündigen. Jesus spricht zu ihr: Ich bin es, der mit dir redet.
 
Wir sind an der Quelle. Die Bibel ist die Quelle aus der Gottes Gedanken quellen. Lasst uns immer seine Nähe suchen. Auf dem Wasser dieser Quelle fliessen die zu Gott gehörenden Seelen in den Himmel zu Gott --in die Ewigkeit. Ist das nicht eine Nachricht, welche allen Menschen in der Wüste zugerufen werden sollte?! Wir sind an der Quelle und können schöpfen - allen Menschen die unseren Lebensweg kreuzen!
 
 
Andreas