o
o
o
Big Sodom
o
 

Es hatte sich schnell herumgesprochen; unerwartete Gäste waren einge-troffen, Lot hatte Besuch bekommen. Das war den Männern der Stadt nicht entgangen. Endlich wieder mal etwas Abwechslung, Zeit für eine Reality-Show!
 
Jung und Alt stürmten los, alle Männer des Ortes machten sich auf zum Hause Lots. Nachdem sie es umzingelt hatten, fingen sie laut an zu rufen: "Lot, wo sind die Männer, die heute abend zu dir gekommen sind ? Bringe sie zu uns heraus, dass wir ihnen beiwohnen!"
 
Lot, der noch nicht lange in Sodom wohnte, hatte den Mut, vor die Tür seines Hauses zu treten und die Männer zu beschwichtigen. Er bat: "Ach liebe Brüder, tut doch nichts Schlechtes". Dann machte er ihnen ein, für uns unverständliches, Angebot, das seinem Verständnis von Gastrecht entsprach, aber die Männer lehnten ab.
 
Lot hatte sich verschätzt und hatte die Leute durch sein Eingreifen nur noch mehr gereizt. Sie begannen zu schreien: "Weg mit dir! Kommt der da ganz allein als Fremdling her und will den Richter spielen! Nun wir wollen dir Schlimmeres antun als ihnen. Dieser Spielverderber!
 
Lot entkam ihrem Ansturm nur knapp, seine Gäste packten ihn, zogen ihn ins Haus und verriegelten die Türe.
 
Das wäre eigentlich kein Hindernis gewesen, denn sie hätten die Haustüre mit Leichtigkeit aufbrechen können. Und dann hätte es ein Gaudi gegeben! Besessen von ihrer Lust wären sie über die Gäste hergefallen. Ein Fressen für viele Zuschauer.
 
Aber die Gäste waren keine gewöhnlichen Leute, sondern Boten Gottes, die die Männer der Stadt mit Blindheit schlugen, so dass sie sich umsonst abmühten, die Tür des Hauses zu finden. Aus Big Sodom wurde nichts.
 
Wie ist es möglich, dass Menschen ihr Schamgefühl völlig verlieren und ihnen das Gefühl für jegliche Moral abhanden kommt?
 
Die Städte Sodom und Gomorrha lagen in einer fruchtbaren Gegend, den Leuten ging es gut, sie wurden satt und überdrüssig, die Lust an Ausgefallenem wuchs. Ihre Vergnügungssucht und Gier gewannen die Oberhand und bestimmten ihr Leben; ein ganz normaler Wahnsinn. Das Leben war zu eintönig, Big Sodom versprach einen Nervenkitzel, davon konnten sie nicht genug bekommen.
 
Aber einer hatte genug, Gott, der Herr über Leben und Tod. Er hatte dem Treiben lange genug zugeschaut. Die Gäste, die zu Lot gekommen waren, offenbarten nun den Grund ihres Kommens. Sie fragten Lot: "Hast du noch jemand in der Stadt ? Rufe deine Familie zusammen und verlasse die Stadt, denn der Herr hat beschlossen, die Stätte zu zerstören wegen ihrer Gottlosigkeit."
 
Zuerst ging Lot zu seinen Töchtermännern, die seine Töchter heiraten wollten, und überbrachte ihnen die Nachricht vom bevorstehenden Untergang, aber die glaubten ihm nicht, und meinten, er mache einen Spass.
 
Am anderen Morgen jedoch kamen die Gäste zu Lot und trieben ihn zur Eile an: "Auf, nimm deine Frau und deine beiden Töchter und verlasse die Stadt, damit du nicht mit hinweggerafft wirst durch ihre Schuld". Da er noch zögerte, ergriffen die Boten Gottes Lot, seine Frau und die beiden Töchter bei der Hand und führten sie zur Stadt hinaus. Dann sagten sie: "Rette dich, es gilt dein Leben ! Sieh nicht hinter dich und bleibe nirgends stehen im ganzen Umkreis".
 
Es hätte ein Erdbeben sein können, das die Stadt zerstörte. Der Herr aber liess Feuer und Schwefel auf Sodom und Gomorrha regnen, von dem Herrn vom Himmel herab, und vernichtete so die Städte und den ganzen Umkreis und alle Bewohner.
 
Wir sollten bedenken, dass Gott nicht alle Belustigungen hinnehmen wird. Aber für die, die ihn mit ernst suchen, hat er auch heute noch einen Ort der Zuflucht in Christus.
 
 
Wolfram Schrader (Telepredigt)