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"Gottes Brückenkopf"
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Im Mai dieses Jahres war es 60 Jahre her, dass der 2.Weltkrieg in Europa beendet wurde. Der Anfang des Endes jenes schrecklichen Konflikts fand aber am 6. Juni 1944, fast ein Jahr zuvor, statt.

Nach vier Jahren Planung, Aufbau und Übung, bei schlechtem Wetter und unter strengster Geheimhaltung überquerte eine Armada von ca. 5'000 Alliierten-Schiffen von England her den Ärmelkanal. Es war die grösste Seeinvasion in der Geschichte der Menschheit. 22'000 Fallschirmjäger sprangen hinter feindlichen Stellungen ab und 135'000 Soldaten schifften in die Brandung aus und stürmten die Strände eines 100 km langen Küstenstreifens der Normandie.

Der Widerstand der deutschen Verteidiger war hart. Am Ende jenes Tages waren 2'000 alliierte Soldaten tot, 1'000 vermisst und 9'000 verwundet. Es war ein gewaltiges, menschliches Opfer, aber Hitlers Atlantik-Wall war durchbrochen. D-Day war ein Erfolg. Ein Brückenkopf wurde errichtet.

Der Krieg in Europa würde noch 11 Monate dauern, bevor Nazi Deutschland bedingungslos kapituliert, aber Strategen und Historiker sind sich einig: mit dem gelungenen Brückenkopf der alliierten Streitkräfte in der Normandie war der Ausgang des Krieges schon entschieden - die Niederlage des Nazi-Regimes war gewiss!

Vor ca. 2000 Jahren geschah etwas Ähnliches in Jerusalem - nur von viel weitreichender Bedeutung.

Nach Jahrtausenden von Planung und Vorbereitung drang das Reich Gottes in die feindlichen Stellungen ein. Gott liess sich als ein Mensch in die Welt hineingebären.

Er kam aber nicht mit überwältigender Gewalt. Er kam in Demut - schwach und verletzlich. Er liess sich von einem unverheirateten Mädchen gebären und von armen Eltern in einer wirtschaftlich unterdrückten Gegend eines militärisch besetzten Landes grossziehen.

Jesus redete ständig von dem Reich Gottes, aber als seine Landsleute ihn mit Gewalt zum König machen wollten, zog er sich zurück (Jo 6,15).

Die Versuchung, seine Kräfte einzusetzen, um kurzen Prozess mit allen Ungerechtigkeiten zu machen, um dem allgegenwärtigen Leiden ein Ende zu setzen, musste für Jesus gewaltig gewesen sein. Satan wusste, was Jesus tun könnte und versuchte ihn, seine Macht auszuspielen. Die Menschen, die Jesus nachfolgten, hatten erlebt, wozu er fähig war und schrieen nach Brot, Heilungen und Wundern. Seine Gegner verspotteten ihn: "Wenn Du Gottes Sohn bist, steige jetzt vom Kreuz herab und wir werden an dich glauben!"

Bis zum bitteren Ende blieb Jesus mutig in der Demut. Er blieb ein Zeugnis für die Wahrheit - für die Herrschaft Gottes. In Gottes Reich gibt es keine Lüge, keine Gewalt, keinen Hass - keine Sünde.

Gott kam in die Welt, wo die Sünde herrscht und lebte ohne Sünde. Jesus gab sein Leben am Kreuz als Opfer für die Sünde der Welt. Sein Leben war ein Zeugnis für die Wahrheit, sein Tod der Preis für unsere Freiheit und seine Auferstehung die Garantie des ewigen Lebens. Jesus hat das Reich Gottes zu uns gebracht. Er hat einen Brückenkopf in der Welt errichtet.

Auf Golgatha versetzte Gott dem Satan und seinen bösen Mächten einen verheerenden Vernichtungsschlag. Das Schicksal des Bösen ist besiegelt; seine Niederlage gewiss, aber bis Jesus wiederkommt geht der Krieg zwischen Gut & Böse weiter.

Die letzten Tage, von denen wir im Neuen Testament lesen, sind analog den Tagen zwischen dem 6. Juni 1944 und dem 7. Mai 1945. Der Krieg ist noch nicht zu Ende, aber der Brückenkopf ist errichtet, der Sieg ist sicher und Menschen werden befreit!

Gottes Brückenkopf fasste Fuss, zuerst in Jerusalem und danach breitete er sich durch Palästina, das römische Reich, den Orient, bis an das Ende der Welt aus.

Bis das Ende der Welt erreicht ist, bleibt es die Aufgabe der Gemeinde Christi, von Gottes Brückenkopf ausgehend, Kampfhandlungen aufzunehmen. Der Kampf vom Kreuz her sieht aber ganz anders aus als die Kampfhandlungen in der Normandie am D-Day.

"denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig für Gott zur Zerstörung von Festungen; so reissen wir menschliche Gedankengebäude nieder und jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, und nehmen jeden Gedanken gefangen unter den Gehorsam Christi." (2Kor 10, 4-5)

Das Reich Gottes breitet sich nicht durch militärische, wirtschaftliche oder politische Macht aus. Es ist ein Kampf um den Verstand und das Herz der Menschen. Die einzigen Waffen, die mächtig genug wären, das Denken und Empfinden eines Menschen zu bekehren, sind die Wahrheit und Liebe Gottes.

Das Opfer der Alliierten zur Befreiung Europas war gewaltig. Das Opfer Gottes zur Befreiung der Menschheit ist ergreifend. Der Siegeszug des Reiches Gottes wird mit Menschen vorangetrieben, die von der Wahrheit und Liebe Gottes in Jesus Christus ergriffen sind!
 
 
David Tarjan