o
o
o
Ehre Vater und Mutter
o
 

In der Kindererziehung stellt man sich die Frage, wie sollen wir unsere Kinder erziehen, wie weit sollen wir gehen in der Erziehung. Ist das Wort Erziehung überhaupt noch angebracht? Wäre es nicht besser, die Kinder bei weitem selber herausfinden zu lassen, was das Leben fordert? Viele Eltern sind verunsichert und ohne Erfahrung.
 
Das Neue Testament kennt hingegen einen klaren Auftrag Kinder zu erziehen, und das ist beruhigend.
 
Gott verfügt nicht bloss über Erfahrung, sondern er weiss, wer wir sind und was wir brauchen, denn er hat uns geschaffen.
 
Im Epheserbrief 6,1-4 lesen wir: "Ihr Kinder, seid euren Eltern gehorsam im Herrn; denn das ist recht. Ehre deinen Vater und deine Mutter, welches das erste Gebot ist, das eine Verheissung hat: damit es dir wohl gehe und du lange lebest auf Erden. Und ihr Väter, reizet eure Kinder nicht zum Zorn, sondern ziehet sie auf in der Zucht und Ermahnung zum Herrn."
 
Was uns jetzt beschäftigen soll, ist der Auftrag: Ehre Vater und Mutter. Wie möchten sie behandelt werden, abschätzig und verachtend oder ehrbar?
 
Vielleicht können wir aus der Werbung etwas lernen. Haben wir schon mal erlebt, dass eine Firma, die ihr Produkt bekannt machen will, schlecht davon redet oder es verachtend zur Schau stellt? Niemals. Vielmehr versucht man, ein Produkt im besten Licht erscheinen zu lassen und preist es in den höchsten Tönen. Es wird ehrbar behandelt.
 
Die grosse Gefahr in unserem Leben ist, wie die Geschichte lehrt, dass unser Umgang mit Menschen absinkt und Menschen sich gegenseitig mit Hass und Verachtung begegnen, sich das Leben sauer machen, einander verfluchen und vernichten.
 
Ehre Vater und Mutter sagt uns, die Wertschätzung für den Mitmenschen muss in der Familie beginnen, bei den Kindern. Junge Eltern, die Kinder erziehen wollen, tun gut daran, dieses Gotteswort zu beachten.
 
Junge Eltern stehen mitten drin, sie haben auf der einen Seite ihre eigenen Kinder, von denen sie erwarten, dass sie sich etwas sagen lassen, auf der anderen Seite haben sie noch ihre Eltern. Es wäre widersprüchlich, von ihren Kindern etwas zu verlangen, was sie ihren Eltern nicht zukommen lassen.
 
Ehre Vater und Mutter ist ein unumgänglicher Grundsatz für ein gutes und friedliches Auskommen in der Gesellschaft, für ein befriedigendes Für- und Miteinander.
 
Ehre Vater und Mutter ist keine von Menschen erdachte Anstandsregel, sondern Gottes Forderung für die Ordnung in der Familie. Aber dieses Gebot steht auf einem tieferliegenden Fundament.
 
In der Bibel, in den Sprüchen 9,10 steht: "Der Weisheit Anfang ist die Furcht des Herrn" und im 1. Petrusbrief 2,17 lesen wir: "Fürchtet Gott!"
 
Das Wort "Ehre Vater und Mutter" braucht die rechte Motivation. Wir müssen es als Gottes Wort verstehen, als ein Gebot des allmächtigen Gottes, denn das ist es. Zuerst müssen wir die rechte Einstellung Gott gegenüber haben und ihm mit der rechten Ehrfurcht begegnen, wenn sein Gebot bei uns die nötige Beachtung finden soll.
 
Wenn Gott den Kindern aufträgt, ihre Eltern zu ehren, wie sollen sie das schaffen? Die Eltern müssen es ihnen beibringen, und das geschieht durch ihr Vorbild.
 
Wie reden wir als Eltern miteinander und mit den Kindern? Wie klingt unser Reden? Ist es von Achtung und Ehrbarkeit geprägt? Reden wir freundlich oder gereizt? Reden wir abschätzig oder mit Respekt? Reden wir geduldig oder gehässig? Führen wir einen ehrbaren Wortschatz?
 
Unsere Kinder sollen bitten lernen und fragen, wenn sie etwas wollen, von klein an. Sie sollen nicht einfach eigenmächtig handeln. Kinder sollen fragen, ob das recht ist, was sie tun wollen. So lernen sie die Eltern beachten. Eltern werden nicht einfach übergangen, sondern haben Kontrolle und Einfluss.
 
Wir müssen unsere Kinder lieben, aber sie dürfen nicht zum Mittelpunkt der Familie werden, Gott soll im Mittelpunkt der Familie stehen. Es darf nicht sein, dass alle Wünsche der Kinder sofort erfüllt werden, das wäre unrealistisch; sonst werden sie selbstsüchtig, ungeduldig und disziplinlos. Sie müssen lernen zu warten.
 
Was geschieht mit den Kindern, wenn sie die Eltern ehren lernen? Sie werden selber ehrwürdig! Sie lernen eine grundsätzliche Wert-Schätzung für alles Gute. Gott traut uns zu, dass wir es mit seiner Hilfe lernen, einander zu ehren.
 
 
Wolfram Schrader