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| Es ist wie es ist | |
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Es ist wie es ist. Auf den ersten Blick scheint dies ein
Satz zu sein ohne viel Sinn. Doch was wir da vor uns haben, ist nicht
einfach ein vergleichender Satz mit doppelter Wortwiederholung,
sondern hier liegt eine kleine Geschichte verborgen, ein ganz
bestimmtes Erlebnis: eine Woche Winterferien mit Geschwistern in
Waltensburg.
Betrachten wir nun den Satz etwas genauer. Er beginnt mit den Worten "es ist", und die bedeuten soviel wie: es schneit, es herrscht dichter Nebel, es stürmt, wir können nicht von der Hütte weg, die Nahrungsmittel werden immer knapper. Soweit der erste Teil des Satzes. Der Schlussteil besteht aus den Worten "es ist", und die bedeuten soviel wie: es schneit immer noch, es herrscht nach wie vor dichter Nebel, es hört nicht auf zu stürmen, wir können immer noch nicht von der Hütte weg, die Nahrungsmittel werden immer knapper. Das Wörtchen wie in der Mitte gibt der ganzen Aussage den Geschmack. Man spürt, dass es sich hier um eine Lage handelt, die man nicht ändern kann. Es ist wie es ist, Worte, die im diesjährigen Winterlager schon fast zur Redewendung wurden. Niemand befindet sich gerne in schwierigen Umständen, besonders dann nicht, wenn das Ende nicht absehbar ist. Ein sehr bekanntes Beispiel in der Schrift einer solch unangenehmen Lage finden wir im 16. Kapitel der Apostelgeschichte. Paulus hatte in Philippi eine Frau, die von einem Wahrsagergeist besessen war, geheilt. Dies gefiel jedoch den Männnern, die mit jener Frau viel Gewinn gemacht hatten, überhaupt nicht. So ergriffen sie Paulus und Silas und schleppten sie zu den Vorstehern und Hauptleuten. Mit falschen Anschuldigungen gelang es den Männern, das Volk gegen Paulus und Silas aufzuwiegeln. "Und die Volksmenge erhob sich zusammen gegen Paulus und Silas, und die Hauptleute rissen ihnen die Kleider ab und befahlen, sie mit Ruten zu schlagen. Und als sie ihnen viele Schläge gegeben hatten, warfen sie sie ins Gefängnis und befahlen dem Kerkermeister, sie sicher zu verwahren. Dieser warf sie, als er solchen Befehl empfangen hatte, in das innere Gefängnis und befestigte ihre Füsse im Block." (Apg. 16,22-24). Da sitzen sie nun, gefangen, ohne Bewegungsfreiheit, total blockiert, ohne Möglichkeit etwas daran zu ändern. Es ist wie es ist. Was sollen sie tun? Sie hätten stundenlang darüber diskutieren können, wie diese Lage wohl zu verhindern gewesen wäre, oder darüber, wer schuld daran ist. Sie hätten anfangen können zu schimpfen über die Regierung, über die Ungerechtigkeit, über das Volk. Im Vers 25 steht: "Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobsangen Gott; und die Gefangenen hörten ihnen zu." Paulus und Silas wenden sich in Dankbarkeit an den, der alles ändern kann. Ich kenne eine sehr liebe, 81-jährige Schwester im Herrn, und sie pflegt mir oft zu sagen:" Weisst du, es bleibt nie so, wie es ist." Und sie hat recht. Nach Zeiten der Freude kommen auch wieder Zeiten der Trauer und nach harten Umständen folgen Tage des Trostes und der Linderung. Oft ändert es rascher als wir meinen. "Plötzlich aber geschah ein grosses Erdbeben, so dass die Grundfesten des Gefängnisses erschüttert wurden; und sofort öffneten sich alle Türen, und alle Fesseln lösten sich." (Apg. 16,26) Paulus und Silas waren wieder frei, und der Kerkermeister samt seiner Familie wurde gläubig. Wer hätte an eine solche Wende gedacht? Auch das Winterlager in Waltensburg nahm eine grosse Wende. Am Mittwoch wurde das Wetter ruhiger und von Donnerstag bis Samstag durften wir den herrlichen Sonnenschein und die weichen Pisten geniessen. Ein Geschenk Gottes. Doch auch die Schlechtwettertage hatten ihr Gutes. Wir hatten viel Zeit für Gespräche. Das Andachtsthema der Woche war ja schliesslich auch "Reden miteinander". Unser Vater im Himmel schenkt uns die guten wie die schlechten Tage, und er weiss warum. Bei alle dem ist es ein grosser Trost zu wissen, dass wir einen Vater haben dürfen, der, egal wie schlimm und hoffnungslos die Lage auch aussieht, alles ändern kann. Denn unser Gott kann nicht nur sagen "es ist", er kann jederzeit auch sagen: "Es werde!" Hansueli Nebiker |