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| Die Grösse im Reich (Teil 1 von 2) | |
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Wer ist der Grösste? Drei Anwärter wollen
sich messen: Lorenz der Löffel, Max das Messer und Gaby die
Gabel. Max kann schneiden, Gaby kann stechen und Lorenz kann aus
dem Vollen schöpfen. Wer ist der Grösste von den drei?
Ich weiss es selber nicht
Die Menschen neigen dazu, sich
miteinander zu vergleichen. Das gilt nicht nur unter Sportlern,
auch die Apostel Jesu haben sich mit diesem Thema auseinandergesetzt:
Mk. 9,33-35. Wir stellen bei diesem Gespräch zwei wichtige
Dinge fest:
Wer ist der Grösste in der Gemeinde? Jesus bestätigt zwar seinen Aposteln, dass die einen grösser als die anderen sind. Ist es aber überhaupt gut, darüber nachzudenken? Lasst uns einen Blick in den 1. Korintherbrief werfen! Paulus bespricht dort dieses Thema mit grosser Sorgfalt. Er gab sich sehr viel Mühe, ausgewogen und differenziert vorzugehen. Allein der Aufwand, den Paulus betreibt, zeigt uns, dass diese Fragestellung von Bedeutung ist. Ganz am Anfang seines 1. Briefes an die Christen in Korinth erwähnt Paulus, dass sie mit vielen Gnadengaben gesegnet worden waren: 1. Kor. 1,5-7. Die Christen in Korinth hatten zwar viele Gnadengaben, aber waren in Unkenntnis über ihre Bedeutung (1. Kor. 12,1). Paulus nahm sich vor, die Christen in Korinth von ihrer Unkenntnis zu befreien. Die Kapitel 12 bis 14 sollen dazu dienen. In 1. Kor. 12,4-7 bestätigt Paulus zuerst eine Tatsache: Es hat verschiedene Gnadengaben. Nicht jeder Christ hat alle Gnadengaben oder dasselbe Mass von gewissen Gnadengaben. Gott hat dies so gewollt. Was war die Problematik in Korinth? Die Gemeindeglieder haben offenbar die Gnadengaben in der Gemeinde beobachtet und eine Rangordnung entwickelt. Sie haben dabei nur (oder hauptsächlich) das Sichtbare berücksichtigt. Je eindrucksvoller jemandes Gnadengaben, desto höher wurde er geachtet. Diejenigen, die in Sprachen redeten, haben z.B. ganz gut abgeschnitten. Für die Christen, die nur wenige sichtbare Gnadengaben aufweisen konnten, liess sich gar keinen Platz finden. Gott sieht es anders (1. Kor. 12,21-25). Paulus vergleicht die Gemeinde mit einem Leib. Jedes Glied hat eine Funktion. Der Leib braucht alle Glieder. Gewisse Glieder im Leib sind zwar weniger ehrbar als andere, aber ausgerechnet diese Glieder bekommen mehr Ehre. Wieso pflegen wir unsere Füsse mit soviel Aufmerksamkeit? Wieso sind wir so vorsichtig bei der Auswahl unserer Schuhe? Nicht weil unsere Füsse so gut riechen. Nein, wir pflegen sie, weil wir auf sie besonders angewiesen sind. Was hatte Gott im Sinn, als er den menschlichen Leib schuf? Er wollte uns offenbar ein Beispiel geben: Im Leib tragen alle Glieder Sorge füreinander. Die Korinther hatten dies nicht verstanden. Sie, als Glieder im Leib Christi, haben ihre Gnadengaben untereinander verglichen. Die Gnadengaben sind zur einer Möglichkeit der Selbstdarstellung geworden. Paulus gibt den Korinthern recht, dass es eine Rangordnung in den Diensten und Gaben gibt (1. Kor. 12,28-30). Die Christen in Korinth hatten aber eine falsches Verständnis: Sie betonten offenbar die Verschiedenheiten der Gnadengaben und vergassen dabei, von wem sie sie hatten; sie vergassen, wozu diese Gnadengaben dienten und, dass die grössten dieser Gnadengaben nicht unbedingt die eindrucksvollsten sind. Paulus versuchte, diese falsche Haltung zu korrigieren. Die Tabelle 1 fasst die Gesichtspunkte zusammen: Tabelle 1: 1. Kor. 12
Auf der einen Seite gibt Paulus den Christen in Korinth Recht: Er bestätigt, dass es verschiedene Gnadengaben und Dienste gibt und dass gewisse Gnadengaben und Dienste grösser sind als andere. Auf der anderen Seite tadelt er sie, weil sie die Unterschiede und die Rangordnung betonten. Sie sollten vielmehr den Ursprung aller Gaben bei Gott sehen und die Bedeutung dieser Gaben für den Leib Christi, d.h. die Gemeinde verstehen. Fortsetzung Olivier Cuendet |