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Ein gutes Neues Jahr!
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Übermorgen ist es soweit, ein neues Jahr beginnt, das Jahr 2002. Obwohl sich die kommenden Tage zwar rein äusserlich gesehen kaum von andern unterscheiden, ist doch der nächste Dienstag nicht einfach der Tag nach dem Montag, sondern der erste Tag im Neuen Jahr, ein Neuanfang. Ein Jahreswechsel ist die Zeit, wo viele Menschen sich Gedanken machen über die Vergangenheit, über die Zukunft. Bilanzen werden gezogen, Rückblicke zusammengestellt, neue Ziele werden formuliert, neue Projekte lanciert, Pläne werden geschmiedet, gute Vorsätze gefasst. Vielleicht mehr Umsatz oder weniger Betriebskosten, vielleicht weniger Fernseh schauen oder früher aufstehen, vielleicht mehr Zeit haben für andere, mehr Zeit mit Gott?
 
Ob es nun grosse oder kleine Ziele sind, die wir uns setzen, schwere oder einfache Entscheidungen, eines ist immer ein guter Anfang: das Gebet. Gott danken, Gott um Rat fragen, um Hilfe und Weisheit bitten.
 
Wir wollen Gott fragen! Genau zu diesem Schluss kamen die Judäer vor vielen, vielen Jahren als sie vor einer grossen Entscheidung standen. Jerusalem war erobert durch Nebukadnezar, der grösste Teil des Volkes nach Babel weggeführt. Gedalja, der von den Chaldäern als Statthalter über die Städte Judas eingesetzt worden war, ist ermordet worden, sein Mörder ist geflohen und nun fürchten sich die verbliebenen Judäer vor der babylonischen Rache. Was tun? Die Judäer machen sich bereit für eine Flucht nach Ägypten, doch vorher kommen sie noch mit einem wichtigen Anliegen zum Propheten Jeremia. Sie wollen Gott um Rat fragen. "Da traten heran alle Heerobersten und Johanan, der Sohn des Kareach, und Jesanja, der Sohn des Hoschaja, und das ganze Volk, vom Kleinen bis zum Grössten, und sagten zum Propheten Jeremia: Lass doch unser Flehen vor dich kommen und bete für uns zum HERRN, deinem Gott, für diesen ganzen Rest - denn nur wenige sind wir, die von vielen übriggeblieben sind, wie deine Augen sehen -, dass der HERR, dein Gott, uns den Weg mitteilt, auf dem wir gehen, und die Sache, die wir tun sollen.” (Jer. 42,1-3)
 
Jeremia verspricht, für sie zu beten und ihnen auch nichts von den Aussprüchen Gottes vorzuenthalten. Dann bekräftigen die Judäer noch ihre gute Absicht. Sie wollen nämlich nicht einfach so als Formsache zu Gott beten, sondern wirklich von Herzen und bereit, Gottes Willen zu tun. "Und sie sagten zu Jeremia: Der HERR sei ein wahrhaftiger und zuverlässiger Zeuge gegen uns, wenn wir nicht nach jedem Wort, mit dem der HERR, dein Gott, dich zu uns senden wird, so handeln werden. Es sei Gutes oder Böses, wir wollen hören auf die Stimme des HERRN, unseres Gottes, zu dem wir dich senden, damit es uns gut geht, wenn wir auf die Stimme des HERRN, unseres Gottes, hören.” (Jer. 42,5-6)
 
Ist das nicht eine gute Gesinnung? Gott befragen um den richtigen Weg, um das richtige Tun? Nach zehn Tagen tritt Jeremia wieder vor das versammelte Volk und sagt: "So spricht der HERR, der Gott Israels, zu dem ihr mich gesandt habt, um euer Flehen vor ihn kommen zu lassen: Wenn ihr in diesem Land bleibt, dann werde ich euch aufbauen und nicht abbrechen und euch pflanzen und nicht ausreissen. Denn das Unglück reut mich, das ich euch angetan habe. Fürchtet euch nicht vor dem König von Babel, vor dem ihr euch jetzt fürchtet! Fürchtet euch nicht vor ihm! spricht der HERR. Denn ich bin mit euch, um euch aus seiner Hand zu retten und zu befreien.” (Jer. 42,9-11) Der HERR hat zu euch geredet, ihr Überrest von Juda: Zieht nicht nach Ägypten! Ihr sollt genau wissen, dass ich euch heute gewarnt habe.” (Jer. 42,19)
 
Oha, exakt das, was die Judäer vorhatten, davor warnt sie nun Gott, und genau vor dem, wovor sie sich fürchteten, das sollen sie tun - in Juda bleiben. Wie werden die Judäer entscheiden? Lesen wir weiter. "Und sie sagten zu Jeremia: Du redest Lüge! Der HERR, unser Gott, hat dich nicht gesandt und gesagt: Ihr sollt nicht nach Ägypten ziehen, um euch dort als Fremde aufzuhalten! - sondern Baruch, der Sohn des Nerija, hetzt dich gegen uns auf, um uns in die Hand der Chaldäer zu geben, damit sie uns töten oder uns nach Babel gefangen wegführen.” (Jer. 43,2-3) "Und sie zogen nach Ägypten, denn sie hörten nicht auf die Stimme des HERRN. Und sie kamen nach Tachpanhes.” (Jer. 43,7)
 
Warum bloss haben die Judäer nicht auf Gott gehört? Sie waren doch mit so viel gutem Willen zu Jeremia gegangen, um Hilfe und Weg-Weisung von Gott zu erhalten: Bete für uns zum HERRN! Sie wollten doch einen Rat von Gott, warum nahmen sie ihn dann nicht an?
 
Hand aufs Herz! Geht es uns nicht manchmal genauso? Könnte es zum Beispiel vorkommen, dass wir nach einem Arztbesuch denken: Also das, was der mir gesagt hat, das nützt ganz sicher nichts; das kann einem ja nicht gut tun? Warum sind wir dann zum Arzt gegangen?
 
Warum gehen wir ins Gebet? Ja wir wollen doch mit unserem himmlischen Vater reden. Wir wollen im danken, wir wollen ihm alles erzählen, unsere Freuden und Leiden, unsere Anliegen und Wünsche, unsere Sorgen und Ängste. Wir wissen, bei ihm können wir Hilfe und Trost finden. Bei ihm können wir Rat erhalten. Aber bin ich dann wirklich bereit, Gottes Anwort anzunehmen, auch dann, wenn ich anderes vorhabe?
 
Die Jahreswende steht vor der Tür. Was wird im nächsten Jahr wohl alles auf uns zukommen? Wie steht es mit unseren Vorsätzen und Plänen? Mit unserem Gott dürfen wir alles im Gebet besprechen, ihn alles fragen. Mit was für einer Gesinnung gehe ich ins Gebet? Bin ich bereit auf Gott zu hören? Unser himmlischer Vater will doch eigentlich nur eines: dass es uns gut geht, genau das, was wir uns alle auch wünschen: Ein gutes Neues Jahr!
 
 
Hansueli Nebiker