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"Ein Licht für meine Umwelt"
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Das Laubhüttenfest der Juden bot jedes Jahr den Bewohnern Jerusalems eine regelrechte Light Show. Im Frauenvorhof des Tempels wurden vier grosse goldene Leuchter aufgestellt, um die nächtlichen Festveranstaltungen zu beleuchten. Der jüdische Historiker Josephus berichtet, dass "jede Ecke Jerusalems vom Licht dieses Nachtspektakels erhellt wurde."
 
Es war gerade bei diesem Fest, dass Jesus seine berühmte Aussage machte: "Ich bin das Licht der Welt." (Jo 8,12). Aber Jesus sagte etwas sehr Wichtiges dazu. Nicht nur ist er das Licht der Welt, sondern noch dazu "wer mir nachfolgt, wird das Licht des Lebens haben." In der Bergpredigt ist Jesus noch grosszügiger; nicht nur werden wir das Licht haben, sondern: "Ihr seid das Licht der Welt."(Mt 5,14).
 
Wie werden wir zu Lichtern in dieser Welt? Hören wir genau zu, was Jesus gesagt hat: "So soll euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen." (Mt 5,16)
 
Ist unser Licht die guten Werke? Nicht in erster Linie. Unsere guten Werke sollen in einem Licht sichtbar gemacht werden, damit die Menschen dazu bewegt werden, Gott zu verherrlichen. Also gibt es ein Licht, das unsere guten Werke so beleuchtet, dass die Welt Gott erkennen kann.
 
Was ist dieses Licht? Jesus gibt hier keinen Hinweis darauf, aber sein Gesandter - der Apostel Paulus - sagt es uns im Philipperbrief 2, 14-15:
 
"Tut alles ohne Murren und Zweifel, damit ihr tadellos und lauter seid, unbescholtene Kinder Gottes inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts, unter dem ihr leuchtet wie Lichter in der Welt..."
 
Um ein Licht in der Welt zu sein, geht es nicht in erster Linie darum, welche Werke ich tue - denn wir haben alle verschiedene Gaben und Möglichkeiten - sondern wie ich sie tue: ohne Murren!
 
Denn wie Paulus hier schrieb, ist vieles in dieser Welt verkehrt und verdreht. Vieles läuft schief. Es gibt viele Schwierigkeiten, Leiden und Hoffnungslosigkeit. Es gibt Anlass genug, zu murren. Kinder murren gegen ihre Eltern, Eltern murren gegen die Nachbarn. Arbeitnehmer murren gegen die Arbeitgeber und die Arbeitgeber murren gegen die Gewerkschaften. Alle murren gegen die Regierung.
 
Und in diesem belasteten Umfeld hat Gott uns berufen, seine Kinder zu sein, zu leuchten, indem wir leben und wirken ohne zu murren - in einer verkehrten, den Sünden verfallenen Welt.
 
Woher kommt das Murren, das in- den-Bart-Brummen, das Jammern über andere, anstatt mit ihnen an einem Tisch zu sitzen? Es gibt ein paar Beispiele in der Bibel, die wir anschauen können:
 
1) Gott hat Israel gerade durch Wunder und Machttaten aus der Knechtschaft in Ägypten befreit, aber nach drei Tagen in der Wüste hatte das Volk Durst, und sie fingen an zu murren. Der Herr gab ihnen Wasser (2M. 15, 22-25). Sechs Wochen später waren sie um ihre Nahrungsversorgung besorgt und fingen wieder an zu murren. Der Herr schickte Wachteln und Manna (2M. 16, 1-11). Nachher, als sie vor der Grenze ihres verheissenen Landes standen, bekamen sie Angst vor den Einwohnern, fingen an zu murren und wollten zurück nach Ägypten (4M. 14, 1-29). Warum murrten sie? Wegen Strapazen, Entbehrungen und Ungewissheit. Aber auch deswegen, weil sie nicht glaubten, dass Gott sie durch alles hindurch retten würde!
 
2) Wiederum geht's ums Essen: Jesus hatte gerade aus dem Nichts 5000 Menschen gespeist. Das macht natürlich Eindruck! Am nächsten Tag hatte die Volksmenge natürlich wieder Hunger. Sie hätten gerne eine Wiederholungsvorstellung. (Nichts wie Brot & Zirkus, um das Wohlbefinden des Volkes zu befriedigen.) Es war aber nicht Jesu Absicht, alle Wünsche seiner Zuhörer zu befriedigen. Jesus insistierte, dass er das Brot des Lebens sei, und wenn sie darauf nicht vertrauen, gäbe es für sie kein ewiges Leben. Viele Jünger Jesu murrten und sprangen ab, weil Jesus ihre Erwartungen nicht erfüllte. Sie wollten Brot für den Bauch, während Jesus Brot für die Seele bot. Auch sie glaubten nicht (Jo 6, 33-69).
 
3) Und noch einmal ging's ums Essen! Die Witwen einer Gruppe in der Gemeinde kamen zu kurz bei der täglichen Verteilung der Mahlzeiten. Diese Gruppe murrte gegen die andere. Hier wurde auf Grund einer Ungerechtigkeit gemurrt (Apg 6, 1).
 
Manchmal liegt es innerhalb unserer Kompetenz und Vermögen, Ungerechtigkeiten zu beheben, wie auch die Apostel das Problem in der Gemeinde lösen konnten. Dies ist aber nicht immer der Fall. Manchmal sind wir Ungerechtigkeiten ausgesetzt, die wir ertragen müssen. Manchmal müssen wir unsere Erwartungen herunter schrauben oder völlig ändern. Es gibt Lebensumstände, die wir erleiden müssen.
Was können wir nun tun, um uns zu schützen vor der Versuchung, mürrisch zu werden, wenn das Leben nicht läuft, wie wir es gerne hätten?
 
Lesen wir nun einen Vers weiter bei unserem Ausgangstext Phil 2,16: "Tut alles ohne Murren..., damit ihr... leuchtet wie Lichter in der Welt, indem wir das Wort des Lebens festhalten"
 
Das "Wort des Lebens" ist Gottes Wort. Vielleicht sogar noch spezifischer - Jesus - das Wort, das von Anfang an bei Gott war und Fleisch geworden ist. In Jesus war Leben und das Leben war das Licht der Menschen (Jo 1,1-4).
 
Wie halten wir ein Wort fest? Wie können wir Jesus, der nicht mehr da ist, festhalten? Lies Phil 4, 6-9!
 
Dies ist nicht Positives Denken im Sinne von "sei optimistisch und alles wird gut kommen", sondern ein Füllen unseres Herzens und unserer Gedanken mit den Eigenschaften Jesu Christi.
 
So wird dann seine Herrlichkeit durch uns leuchten können und sein Frieden wird uns vor dem Murren bewahren. Einer, der unter allen Umständen Gutes zu tun weiss, ohne zu murren, der wird nicht übersehen. Der leuchtet für den Herrn!
 
 
David Tarjan