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Eine offene Tür!
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Unser Leben gelingt uns nicht immer so wie wir wollen. Unser Leben verläuft auch nicht so wie Gott es will, es sei denn wir fragen nach ihm. Falls wir aber nach ihm fragen, finden wir eine offene Tür.
 
Eine offene Tür ist tröstlich, wir fühlen uns erleichtert. Eine offene Tür bedeutet Hilfe.
 
Gottes offene Tür heisst Gnade! Gnade bedarf einer Erklärung. Gnade ist das Gegenteil von Rache. Wir kennen die Rache der Menschen. Rache ist eine Haltung der Vergeltung für erlittenes Unrecht.
 
Als Simson der Held Israels von den Philistern um seine Braut betrogen wurde, ging er hin und steckte ihre Kornfelder, Weinberge und Ölgärten in Brand. Er löste damit eine Kette gegenseitiger Vergeltung aus. Klingt dies nicht ganz aktuell?
 
Auch das Gesetz sah keine Gnade vor für viele Vergehen. Wer den Massstab des Gesetzes übertrat wurde ohne Erbarmen bestraft. Ein Ehebrecher wurde nicht begnadigt, sondern erlitt die Todesstrafe.
 
Gnade ist eine Haltung der Barmherzigkeit, die Gott dem Sünder erweist, der umkehrt. Sie gibt ihm eine weitere Chance.
 
Wer alles vollkommen richtig macht braucht keine Gnade, er schafft es von selbst. Auch wenn dies jemand könnte, das ewige Leben, das Gott uns geben will, bleibt ein Geschenk, das man nicht verdienen kann.
 
Wer sich dem Massstab Gottes gegenüber versündigt, der hat sein Leben verwirkt, der ist am Ende, er kann nichts zur Wiedergutmachung tun. Er ist ganz auf Gottes Gnade angewiesen.
 
Gnade bewahrt uns davor, dass wir verurteilt werden. Alle Menschen brauchen Gnade, und deshalb gibt es bei Gott eine offene Tür.
 
Gnade ist nicht etwas, was Gott uns aufdrängt, wir werden auch nicht zwangsbegnadigt. Vielmehr müssen wir die Gnade Gottes suchen!
 
Wie war es möglich, dass noch einige Menschen das Gericht der Sintflut überlebt haben? Die Schrift sagt uns: Noah aber hatte Gnade gefunden vor dem Herrn.
 
Offensichtlich hatte Noah im Vertrauen zu Gott die Gnade gesucht, er fand eine offene Tür.
 
Auch Mose der bedeutende Gesetzgeber Israels war kein selbsternannter Führer, vielmehr wird berichtet, dass auch er Gnade bei Gott gefunden hatte. 2.Mo 33,12 "Ich kenne dich mit Namen, und du hast Gnade gefunden in meinen Augen” Nicht seine Tüchtigkeit war massgebend sondern Gottes Gnade!
 
Als König David durch eigenes Verschulden vor seinem Sohn Absalom aus Jerusalem fliehen musste, und er nicht wusste wie seine Flucht enden würde, sagte er: "Finde ich Gnade vor dem Herrn, so wird er mich zurückführen …” 2.Sam. 15,25
 
Es ist erstaunlich wie oft in den Psalmen von Gottes Gnade die Rede ist, obwohl die Schreiber unter dem Gesetz lebten, in dem geschrieben steht: "Verflucht ist, wer nicht die Worte dieses Gesetzes in Kraft erhält, indem er danach tut.” 5.Mo 27,26
 
Die Psalmisten wenden sich mit Bitten an Gott wie:
 
-"Lass doch deine Gnade mir zum Troste werden..” Ps. 119,76
 
-"Lass mich am Leben nach deiner Gnade..”. Ps 119,88
 
-"Handle an deinem Knecht nach deiner Gnade” Ps 119,124
 
Ohne das Verständnis der Gnade können wir Gott nicht verstehen. Ohne das Verständnis der Gnade Gottes können wir keine Gemeinschaft mit ihm haben noch von ihm lernen.
 
Das Verständnis der Gnade führt uns zurück zum Kreuz Jesu Christi.
 
Warum steht das Kreuz Jesu mitten in der Geschichte dieser Welt?
 
Es ist die Offenbarung der Gnade Gottes.
 
Vergessen wir nicht, Gott könnte sich an allen leichtsinnigen, widerspenstigen und gottlosen Menschen rächen. Er könnte alle vernichten, die sich ihm widersetzen.
 
Das tut er aber nicht, er hat beschlossen alle die ihn von Herzen suchen zu begnadigen.
 
Was hat sich Gott die Gnade kosten lassen?
 
Wie konnte er das übers Herz bringen, die Strafe für unsere Sünde seinem Sohn aufzuladen. Denn Sünde muss bestraft werden.
 
Nur Gottes Liebe kann dies erklären.
 
Gottes Tür steht immer noch offen!
 
Wie furchtbar muss es sein, eines Tages vor verschlossener Tür zu stehen, weil wir es versäumt haben seine Gnade zu suchen.
 
 
Wolfram Schrader