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Das Wasser prüfen
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Eines der notwendigsten Grundbedürfnisse des Menschen ist sauberes Trinkwasser. In dieser Hinsicht ist die Schweiz reichlich gesegnet. Davon haben wir im Ueberfluss. Wenn mich dürstet, brauche ich nur ein paar Schritte zu gehen, eine Handdrehung und schon fliesst der 'Hahnenburger', klar und kühl, speziell erfrischend während der derzeitigen Hundstage. Ich trinke ohne Bedenken. Zu dem Wasserversorgungsamt habe ich Vertrauen.
 
Neulich in einem kanadischen Dorf namens Walkerton, unweit von meinem früheren Wohnort, wurde das Vertrauen in die Wasserversorgungs-behörden gründlich erschüttert: Die Sanierung der Wasserleitungen war schon längst überfällig, aber die Gemeindeführung zog es vor, Gelder in ein Freizeitzentrum zu stecken, um sich bei der Bevölkerung beliebt zu machen. Jahr für Jahr wurden die Wasserleitungen spröder und schliesslich undicht.
 
Nun, infolge eines heftigen Gewitters liefen diesen Sommer mehrere Jauchegruben über. Das widerwärtige Gebräu gelangte durch undichte Stellen in die Wasserleitungen. Die Behörden, dank ihrer regelmässigen Proben-entnahmen, hatten die Verseuchung erkannt, aber anstatt Alarm zu schlagen und die Oeffentlichkeit zum Kochen des Wassers aufzuforden, was vom Gesetz vorgeschrieben ist, versuchten sie durch erhöhte Chlorzufuhr die Lage selber unter Kontrolle zu bringen. Ihre eigenen Worte: "Wir wollten niemanden beunruhigen”. Das Ergebnis ihrer guten Absichten - sieben Tote und über 2'000 Kranke.
 
Diese Beamten wollten niemandem Schaden zufügen. Im Gegenteil, sie wollten ihren Nachbarn gefallen. Wer freut sich schon gleichermassen über neue Wasserleitungen wie über ein neues Hallenbad? Um diese Freude zu schenken, mussten sie sich dennoch über Gesetze hinwegsetzen und die Wahrheit über den Wasserversorgungszustand verschweigen. Nun ist alles offenbar geworden. Nicht mehr Freude, sondern Entsetzen und Misstrauen herrscht.
 
Was die regionale Wasserversorgung betrifft, haben wir tatsächlich keine Wahl, als den Behörden blind zu vertrauen. Wir sind nicht in der Lage, das Trinkwasser ständig auf Reinheit zu testen. Wie sieht es aber bei der 'geistlichen Wasserversorgung' aus?
 
In der Regel haben wir grosses Vertrauen zu unseren Lehrern, die uns das 'lebendige Wasser', das Wort Gottes, austeilen. Mit Hilfe ihrer Belehrung wachsen wir geistlich ins ewige Leben hinein (Eph 4, 11-16). Sollte diese geistliche Wasserversorgung aber verseucht sein, sind die Konsequenzen von ewiger Tragweite.
 
Die Brüder, die das lebendige Wasser für uns aufbereiten, könnten sich auch irren oder fahrlässig handeln. Sie werden auch versucht, das zu lehren, was die Gemeinde hören will (2 Tim 4, 3), um sich beliebt zu machen oder weil sie niemanden beleidigen oder beunruhigen wollen. Sie können sich aber auch aufrichtig irren auf Grund mangelnder Erkenntnisse, wie Apollos (Apg 18, 24 - 19, 7), der die christliche Taufe noch nicht erkannt hatte (ein heute immer noch aktuelles Problem).
 
Ob absichtlich, bewusst oder versehentlich: verseuchtes Trinkwasser tötet und das Wort Gottes, wenn es mit fremden Lehren verunreinigt wird, bringt kein ewiges Leben.
 
Weil das ewige Leben das allerkostbarste ist, was wir besitzen, dürfen wir mit dem lebendigen Wasser nicht leichtfertig umgehen:
 
"Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinaus-gegangen...wer Gott erkennt hört uns; wer nicht aus Gott ist, hört uns nicht. Hieraus erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums.” (1Jo 4, 1-6).
 
Unter 'uns' versteht Johannes sich und seine Kollegen, die Apostel Christi. Sie haben das reine Wort Gottes für uns niedergeschrieben. Ein jeder von uns kann anhand der Bibel die geistliche Wasserversorgung in den Gemeinden prüfen, wie die Beröer, die täglich die Schriften untersuchten, um zu prüfen ob alles sich so verhielte, wie Paulus lehrte (Apg 17, 11). Wenn jene es damals für nötig hielten, die Verkündigung eines Apostels zu prüfen, wieviel mehr sollten wir die Belehrung heute prüfen!
 
Wie bei den Wasserversorgungsbehörden in Walkerton, gibt es leider Lehrer in christlichen Gemeinden, die niemanden beunruhigen oder Anstoss geben wollen. Deswegen werden ganze Gemeinden krank und auf tragischste Art gehen gutgläubige Seelen ewig verloren.
 
Die Verantwortungen und Konsequenzen sowohl für die, welche die Gemeinden versorgen, als auch für jene, die trinken sind sehr ernst.
 
Bitte, prüfe das Wasser.
 
 
David Tarjan