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"Wissenschaft der Bibel" oder "die Bibel schafft Wissen"
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Kirsten und ich haben kürzlich eine Woche Urlaub in der Süd-Türkei verbracht, wo wir ausgegrabene, antike Stätte und Städte besuchten. Die kunstvoll gehauenen Steinquader und Marmorsäulen, obwohl sie heute nur heruntergefallene Ruinenteile sind, sind immer noch höchst beeindruckend. Wir haben griechische Kolonnaden und Amphitheater, römische Bäder und Strassen und byzantinische Kirchen besichtigt.
 
Besonders gut hat mir die freigelegte Stadt Perge gefallen. Die massiven Wachtürme rechts und links des Stadttors, die einst den Eingang dieses pamphylischen Handelszentrums kontrollierten, stehen noch. Hinter dem Tor gelangt man auf einen hufeisenförmigen Empfangsplatz mit verzierten Brunnen, Marmorplattenboden und Mauernischen, in denen Statuen der verschiedensten Götter aufgestellt waren. Geradeaus erstreckt sich eine Säulenreihe beidseits der Hauptstrasse.
 
So imposant die Bauweise der Antike gewesen ist: was mich am meisten bewegt hat, war die Vorstellung (sogar das Wissen), dass auch die Apostel Paulus und Barnabas einst hier gestanden haben müssen, denn in Apg. 14, 25 heisst es:
 
"Und nachdem sie Pisidien durchzogen hatten, kamen sie nach Pamphylien; und als sie in Perge das Wort geredet hatten, gingen sie hinab nach Attalia...”
 
Vor 2000 Jahren war der einzige Weg, Perge zu betreten oder zu verlassen durch dieses Tor und diese Götterhalle zu gehen. Der Gedanke, dass meine Augen jetzt das betrachten, was Paulus damals sah, war für mich speziell. Ich bin dankbar, dass es Archäologen gibt, die nach den alten Kulturen forschen und ihre Stätte wieder zu Tage bringen.
 
Unter den Naturwissenschaften ist die Archäologie - das Studium von Überresten aus vergangenen Kulturen - relativ jung. Erst seit dem 19. Jh. werden verloren gegangene Zeugnisse der Antike nach wissenschaftlichen Prinzipien erforscht. Die Archäologie ist keine "exakte Wissenschaft” wie Physik oder Chemie, weil sie keine experimentell gesicherten Kenntnisse liefern kann. Ihr Beweismaterial ist stückweise - man versucht zu interpretieren, was zufälligerweise übrig geblieben und auffindbar ist.
 
Einiges, was die Archäologie bis heute zu Tage gefördert hat, dient als eine Bestätigung für unser Vertrauen in die Glaubwürdigkeit und Genauigkeit der Heiligen Schrift: z.B., haben Bibelkritiker bis vor weniger als 100 Jahren behauptet, dass Mose unmöglich der Autor der 5 Bücher Mose sein könne, da die Menschheit zu seiner Zeit das Schreiben noch gar nicht erfunden hatte. 1964 wurde eine Aufsehen erregende Entdeckung in Syrien gemacht: beschriftete Tontafeln aus dem Königreich Ebla - dato 2'300 v.Chr.. Nicht nur konnte Mose schreiben; es ist nun ein gesichertes Faktum, dass schon die Vorfahren Abrahams schreiben konnten!
 
Die Archäologie kann auch unser Wissen über den sozialen Hintergrund von biblischen Passagen erweitern: Gesetzesdokumente auf Tontafeln aus der Zeit der Patriarchen (2000 - 1500 v.Chr.), die in Mesopotamien ausgegraben wurden, erhellen manche Bräuche, von denen wir in der Bibel lesen.
 
Aus unserer Warte z.B., scheint Abrahams Einwilligung, ein Kind mit der Magd seiner Frau zu zeugen (1.Mose 16), ein moralisch verwerfliches Vergehen zu sein. Die Tontafeln aus jener Zeit aber bezeugen dieses Vorgehen als rechtmässig; ja sogar als Pflicht bei Kinderlosigkeit.
 
Warum konnte Isaak seinen Segen nicht zurücknehmen, als er Jakobs Täuschung entdeckte (1.Mose 27)? Die Gesetzesbestimmungen jener Kultur erklären, dass solch eine mündliche Segnung bindend und unwiderruflich war. Mündliche Abmachungen hatten damals ein viel schwereres Gewicht als heute.
 
Warum stahl Rahel den Hausgötzen ihres Vaters und warum war es Laban so wichtig ihn zurückzubekommen (1.Mose 31, 19-23)?
 
Die ausgegrabenen Tontafeln berichten von einem Fall, wo ein Schwiegersohn die Hausgötter besass und damit das Recht auf den Besitz seines Schwiegervaters beanspruchen konnte. Solches Recht würde Rahels Motiv und Labans Sorge erklären.
 
Ein weiteres Beispiel der Archäologie zur Bestätigung der Bibel bezieht sich auf 1.Mose 14: Abrahams Einsatz zur Rettung Lots und der 5 Städte der Ebene (Sodom, Gomorra, Adma, Zebojim und Zoar). Jahrelang wurde diese Geschichte als fiktiv betrachtet - die 5 Städte als legendär, da es heute keine Spur mehr von ihnen gibt (warum dies so ist, erklärt 1.Mose 19!). Inzwischen ist eine Tafel entdeckt worden, worauf alle 5 Städte in exakt der gleichen Reihenfolge aufgelistet worden sind, wie sie in 1.Mose 14 erscheinen.
 
Kann Archäologie beweisen, dass die Bibel Gottes Wort ist? Nein. Gottes Wort zu glauben wird immer eine persönliche Frage des Vertrauens bleiben. Alles, was sie tun kann, ist, das Umfeld von biblischen Geschichten als historisch nachweisbar zu bestätigen.
 
Die Archäologie wird wohl nie in der Lage sein, zu beweisen, dass Abraham existiert hat, aber was sie bestätigen kann, ist, dass sein Leben, wie es in der Bibel beschrieben wird, genau in die Kultur des frühen zweiten Jahrtausends hineinpasst.
 
Während viele Menschen an der Glaubwürdigkeit der Bibel immer noch zweifeln, haben die andauernden archäologischen Forschungen beständig demonstriert, dass das Wort Gottes besser informiert ist als seine Kritiker! Denn Tausende von Funden aus der Antike bestätigen das biblische Bild und Archäologen sagen, dass bis zum heutigen Tag kein unbestrittener Fund jemals der Bibel widersprochen hat!
 
Ich brauche die Archäologie nicht, um Gottes Wort zu glauben, aber diese Wissenschaft bestätigt mich in meiner Annahme: es gibt keinen vernünftigen Grund, dem biblischen Wort nicht zu glauben.
 
Vor 2000 Jahren haben Paulus und Barnabas Gottes Wort in Perge geredet. Die, welche geglaubt haben, sind schon längst in ihre Ruhe eingegangen - ihre Stadt ist untergegangen, aber sie warten auf die ewige Stadt, die nicht mit Menschenhand gebaut worden ist. Lasst uns das Wort hören und reden, um mit ihnen einzuziehen.
 
 
David Tarjan